Eine namentliche Abstimmung gab es in der Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates am Dienstagabend im VfL-Sportheim zum Antrag für eine Photovoltaikanlage auf der Flurnummer 1066. Zehn Ratsmitglieder stimmten für das Vorhaben, drei dagegen.

Der Antrag, der auch die Errichtung eines Betriebsgebäudes beinhaltet, macht die zweite Änderung des Flächennutzungsplans und ein Bauleitverfahren notwendig. Die Anlage soll auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern entstehen und wird von einem Zaun umgeben.

Bürgermeisterin Gerlinde Stier erinnerte daran, dass in der Vergangenheit mehrfach derartige Anträge gestellt wurden, weshalb in den Jahren 2009 und 2013 der Beschluss gefasst wurde, dass Photovoltaikanlagen (PVA) in der Flur nur noch bis zu einer Entfernung von 110 Metern von der Autobahn zulässig sind.

PVA nur noch entlang der Autobahn

Zwischenzeitlich habe es auch die staatliche Aussage gegeben, dass es bei benachteiligten Gebieten Ausnahmen zu einer Abstandsregel geben könnte, doch habe man zum Beispiel 2020 einen solchen Antrag mit Hinweis auf den Beschluss des Rates abgelehnt. In der Stellungnahme von VG-Baudezernent Stefan Adam zum Antrag wurde auf die Vorteile einer PVA in Sachen Klimaschutz, Biotoperstellung und Gewerbesteuer verwiesen, während als Gegenargument der Verlust landwirtschaftlicher Fläche angeführt wurde.

Aus der VG-Beschlussvorlage verlas die Bürgermeisterin zudem den Vorschlag, sich an die 110-Meter-Regelung zu halten. "Für den Marktgemeinderat ist wichtig, dass die gleichen Maßstäbe wie in den bisherigen Verfahren gelten", betonte die Bürgermeisterin. Sie machte auch auf die für die Gemeinde wichtige Gewerbesteuer aufmerksam. Bei den Argumenten gegen die Anlage wurde in der Hauptsache die für die Landwirtschaft nötige Ackerfläche ins Feld geführt. Die namentliche Abstimmung wurde einstimmig beschlossen. "Damit ist auch klar, dass PVA nur noch entlang der Autobahn möglich sind", fasste die Bürgermeisterin zusammen.

Kosten für Bauarbeiten im Schleifweg gestiegen

In Sachen "Großbaustelle Kleinlangheim" äußerte sie sich zu den Baumaßnahmen im Schleifweg, die gemacht werden mussten, da sie im Maßnahmenkatalog des Wasserwirtschaftsamtes aufgrund der Beseitigung des Fremdwasseranteils enthalten waren. Die Planung, die Bauarbeiten im Schleifweg und die Erschließung des Baugebiets "Am Graben" zusammen anzugehen, sei leider durch die Einsprüche gegen das Baugebiet unmöglich gemacht worden "und wir mussten den Schleifweg abkoppeln". Das habe auch zur Folge gehabt, dass die ursprünglichen Kosten von rund 735 000 Euro für den Schleifweg um etwa 180 000 Euro stiegen, "was aber wahrscheinlich noch nicht das Ende der Fahnenstange wegen der vielen Leitungen im Schleifweg ist".

Die Bürgermeister lobte die Geduld der Anliegerinnen und Anlieger, die auch bei den Starkregenfällen einiges ertragen mussten und bedankte sich bei den Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, die schon auf das Trennsystem umstellten. Zur Finanzierung äußerte sie die Hoffnung auf weitere staatliche Förderung, da die Gemeinde in diesem Fall besonders belastet sei. Zufrieden äußerte sie sich zum Fortgang der Arbeiten für die Erschließung des Baugebiets "Am Graben", die zügig vorangehen. Die Straße zwischen Groß-und Kleinlangheim ist seit dem 7. September wieder freigegeben.