Zum Artikel "Hitzige Debatte um neuen Kindergarten" , erschienen am 26. Juni, nimmt die katholische Kirchenverwaltung St. Burkhard Geiselwind Stellung. Sie erklärt in einem Schreiben, dass die Gesprächsbereitschaft der Kirche zum neuen Kindergarten in Geiselwind auf allen Ebenen vorhanden sei. 

Pfarradministrator Kilian Kemmer verweist in seinem Schreiben auf mehrere Treffen mit Bürgermeister Ernst Nickel. In einem Gespräch im September 2019 habe die Kirchenverwaltung eindeutig zu verstehen gegeben, "dass eine erweiterte Trägerschaft der bestehenden Einrichtung oder die Übernahme einer zusätzlichen, neuen Trägerschaft von Seiten der Kirche aus verschiedensten Gründen nicht in Frage kommt".

Im März musste ein Gespräch mit der Bistumsleitung im erzbischöflichen Ordinariat in Bamberg wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Bereits im Vorfeld habe die Stiftungsaufsicht mit einem Schreiben deutlich gemacht, dass der diözesanweit geltende Beschluss, keine neuen Trägerschaften zu übernehmen, auch für Geiselwind Gültigkeit behält. Trotzdem habe es einen regen schriftlichen wie telefonischen Austausch gegeben, schreibt Kemmer.

Finanziell kann die Pfarrgemeinde keinen neuen Kindergarten übernehmen

Am 8. April bot laut Kemmer Bürgermeister Nickel dem Erzbistum Bamberg an, eine neue Kindertagesstätte auf gemeindeeigenem Grund übernahmefertig zu bauen und anschließend die Trägerschaft an die katholische Kirchenverwaltung St. Burkhard zu übergeben. Daraufhin erfolgte am 19. Mai eine Besprechung zwischen der Kirchenverwaltung, Nickel, seiner Stellvertreterin Annemarie Mauer und dem Verwaltungsleiter. Dabei habe die Kirchenverwaltung klar gemacht, dass eine Trägerschaft aus finanziellen Gründen nicht möglich sei.

Mitte Juni bat der Bürgermeister die Kirchenverwaltung, bis zur Fertigstellung einer neuen Kindertagesstätte übergangsweise die Notgruppe zu führen. Dem stehe die Kirchenverwaltung positiv gegenüber und habe dies auch umgehend so kommuniziert. Ein Vertrag hinsichtlich geeigneter Räume etc. wird laut Schreiben derzeit vom Ordinariat erarbeitet.

"Die Gesprächsbereitschaft der Kirche war auf allen Ebenen vorhanden", sagt Kemmer.  Für die kommunale Verpflichtung, für ausreichend Kita-Plätze zu sorgen, liege nicht in der Verantwortung der Kirche. Die katholische Pfarrei habe seit Jahrzehnten gerne ihren Beitrag zur pädagogischen Betreuung von Kindern geleistet und sei dazu in ihren Einrichtungen auch in Zukunft bereit. "Eine neue oder erweiterte Einrichtung zu tragen und zu schultern, stellt mit den Möglichkeiten der kleinen Pfarrgemeinde eine Unmöglichkeit dar", betont Kemmer. Von diesem Umstand wisse die politische Gemeinde seit September 2019. Kemmer schließt sein Schreiben mit diesen Worten: "Für etwaige Versäumnisse hinsichtlich einer ausreichenden Kinderbetreuung kann die katholischen Kirchenverwaltung nun wirklich in keinster Weise zur Verantwortung gezogen werden."