Der letzte Schritt zur Errichtung einer Pfarreiengemeinschaft aus den katholischen Pfarrgemeinden Wiesentheid, Kirchschönbach und Stadelschwarzach wird an diesem Sonntag, 16. September, im Gottesdienst in Wiesentheid vollzogen.

Wenn Wiesentheids Pfarrer Peter Göttke die Urkunde vom Domkapitular des Bistums Würzburg, Christoph Warmuth, erhält, ist er auch offiziell der Chef über zehn Kirchen.

Das "Kind" bekommt einen Namen

„Das Kind, das es eigentlich schon seit einem Jahr gibt, wird einen offiziellen Namen bekommen“, sagt Pfarrer Göttke. Denn bereits zum September 2011 wurden ihm von Bischof Friedhelm Hofmann die Pfarreien Kirchschönbach und Stadelschwarzach übergeben.

Neben den Kirchen in Wiesentheid, Rüdenhausen und Untersambach sind nun auch die Gotteshäuser in Kirchschönbach (mit Geesdorf und Prichsenstadt) sowie Stadelschwarzach (mit Laub, Neuses am Sand und Järkendorf) unter der Obhut Wiesentheids. Rund 4800 katholische Christen werden künftig von dort aus verwaltet und betreut.

Für die neuen Aufgaben hat Pfarrer Göttke nun Verstärkung in Person von Vikar Christoph Schnellbacher bekommen, der ins Wiesentheider Pfarrhaus eingezogen ist. Er unterstützt Pfarrer Göttke und Diakon Karl Leierseder bei ihrer Arbeit. Dazu helfen die beiden Geistlichen Alfons Junker und Pfarrer Winfried Heid, die trotz ihres Ruhestands weiter Gottesdienste halten.

Göttke: "Wir sind gut vorbereitet"

Allzu große Neuerungen sieht Göttke ab jetzt nicht auf sich zu kommen. „Wir sind gut vorbereitet, die Pfarreien kooperieren ja schon seit 2005. Es wächst etwas zusammen.“ Bestes Beispiel dafür sei der gemeinsame Chor „Venimus“, der aus Mitgliedern der verschiedenen Ortschaften besteht. Gemeinsame Sache machten die einzelnen Pfarrgemeinden bereits am Fronleichnamstag, als ein zentraler Gottesdienst für alle im Schulhof in Prichsenstadt gehalten wurde. Von dort aus zogen die Gläubigen dann in ihre jeweilige Gemeinde.

Die Vorarbeiten leisteten Pfarrer, Diakon, Schwester Margit vom Marienhaus in Kirchschönbach und die Pfarrgemeinderäte. Ein Vertrag über die Kooperation beinhaltet die einzelnen Punkte. „Was werden wir gemeinsam tun, was wird auch weiterhin jede Pfarrei für sich allein durchführen, das wurde abgesprochen“, erklärt Pfarrer Göttke.

Fest gelegt wurden unter anderem die Aufteilung der Gottesdienste unter der Woche oder an den Feiertagen unter Berücksichtigung mancher spezieller Tage in den jeweiligen Orten. Dabei wurde darauf geachtet, dass in jeder der zehn Kirchen mindestens einmal pro Woche Gottesdienst gehalten wird. Eine Ausnahme dabei bildet nur Rüdenhausen. Viel Wert legt Pfarrer Göttke darauf, dass er seine Schäfchen in allen zur Gemeinschaft gehörenden Kirchen regelmäßig besucht. Jede zweite Woche will er die Kirchen in den Filialen besuchen, vor allem sonntags sei er viel unterwegs.

Hinter der Verwaltung liegen arbeitsreiche Wochen, nicht nur wegen der Zusammenlegung der Pfarreien. Neben der Sanierung der Wiesentheider Kirche St. Mauritius laufen weitere Bautätigkeiten in den Kirchengemeinden. Hier zählt Pfarrer Göttke die Kirche in Stadelschwarzach auf oder den Kindergarten in Kirchschönbach.

"Wir sind immer noch deutlich unterbesetzt"

Dass die Arbeit in Zukunft für ihn wohl nicht weniger wird, weiß er. „Wir sind immer noch deutlich unterbesetzt. Eine Pfarreiengemeinschaft mit einer Priesterstelle ist zu wenig, der Vikar hätte schon im vergangenen Jahr kommen sollen.“

Auf längere Sicht rechnet Göttke mit weiteren Veränderungen. Wegen des Priestermangels könne es durchaus sein, dass in absehbarer Zeit weitere Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft zugeteilt werden. „Das, was wir jetzt haben, ist eine Durchgangsstation auf dem Weg zu etwas Neuem“, vermutet er.

Programm am Sonntag, 16. September:

Das Programm zur offiziellen Errichtung der Gemeinschaft sieht am Sonntag, 16. September, folgendes Programm vor:

10 Uhr Festgottesdienst in Wiesentheid mit Domkapitular Christoph Warmuth. Die Gestaltung übernimmt der Chor „Venimus" unter der Leitung von Johanna Neuerer, die auch Orgel spielen wird.

Nach dem Gottesdienst wird ein Mittagessen im Pfarrhof angeboten (bei Regen im Pfarrheim).

Um 14 Uhr Führung „Denkwege“ mit Anke Ruppert: Ein Erlebnisspaziergang mit Gedächtnistraining.