Über 80 Gemeinderäte, Landwirte, Vertreter von Fachbehörden sowie die Bürgermeister der neun Dorfschätze-Gemeinden kamen Ende Oktober in der Turnhalle Rüdenhausen zusammen, um das Ergebnis eines achtmonatigen Abstimmungsprozesses zu begutachten: Das Kernwegenetz-Konzept der Dorfschätze. Mit dieser Konzeptgrundlage kann laut Pressemitteilung künftig der Ausbau von übergeordneten landwirtschaftlichen Wegen mit 3,50 Meter Breite mit Blick auf die heutige Nutzung gefördert werden. Denn die landwirtschaftlichen Maschinen haben sich in den vergangenen 50 Jahren massiv verändert – die Wege jedoch nicht.

Diplom-Ingenieur Steffen Moninger vom ausführenden Büro BBV LandSiedlung stellte das Kernwegenetz vor und erklärte die Schritte des Konzeptes. Diese reichen von der Bestandsaufnahme und Zustandserfassung aller Wege bis hin zu zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit „Schlüsselpersonen“ aus den Gemeinden und Fachbehörden. Das Ergebnis ist ein gemarkungsübergreifendes Netz aus insgesamt 97 Kernwegen, die umweltschonend fast ausschließlich auf vorhandenen befestigten Wegen geplant sind. Neben der Zustandsbeschreibung der Wege beinhaltet das Konzept auch eine Empfehlung für die zeitliche Umsetzung, heißt es weiter.

Wird das Kernwegekonzept nun von den neun Gemeinde-/Stadträten genehmigt und anschließend vom Amt für Ländliche Entwicklung anerkannt, so kann es mit der Umsetzung losgehen. Innerhalb von fünf Jahren sollen die notwendigsten Wege ausgebaut werden, insgesamt ist für die komplette Maßnahme ein Zeitraum von 15 Jahren anvisiert.

„Es gibt verschiedene Wege zum Ziel“, sagte Baudirektor Johannes Krüger vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, als er die Modelle zur Umsetzung vorstellte. In jedem Fall seien noch viel Arbeit und ein langer Atem notwendig, gerade für den oftmals notwendigen Landerwerb. Doch wenn man Schritt für Schritt vorgehe im gegenseitigen Verständnis für die Belange der Beteiligten, so könne in der nächsten Generation nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Radfahrer und Spaziergänger von guten Wegen profitieren und die engen Ortsdurchfahrten werden vom Verkehr entlastet. Die Dorfschätze-Gemeinden hätten die Zeichen der Zeit erkannt, lobte Krüger die Weitsicht der Bürgermeister.