Der Klimawandel, die anhaltende Trockenheit und die Spätfröste dieses Jahres veranlassten den Landtagsabgeordneten Paul Knoblach (Bündnis 90/Die Grünen) zu einer zweitägigen Weinbautour zu Winzern am Untermain und an der Mainschleife. Dabei wurde der Weinbausprecher der Grünen-Landtagsfraktion aus Schweinfurt von Anton Hofreiter (München), Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, und Kerstin Celina, MdL aus Kürnach, begleitet, schreibt die Partei in einer Pressemitteilung.

Vegetation beginnt früher

Eine Folge des Klimawandels sei ein immer früherer Vegetationsbeginn. "Umso größer sind die Schäden durch Spätfröste, mit denen auch in Zukunft zu rechnen ist", erklärte Knoblach.
Für den Einsatz von Windmaschinen, Schutznetzen oder Beregnungsanlagen fordert er von der Staatsregierung mehr Engagement. Ziel müsse sein, "möglichst viele Betriebe aufrecht zu erhalten".
Der Abgeordnete, selbst Biobauer, denkt über einen offenen Fonds nach, aus dem die Weinbauern je nach Anlass unterstützt werden. "Die Winzer wissen selbst am besten, was für ihren Wein-Standort am besten ist." Ein solches Risikomanagement werde in Rheinland-Pfalz betrieben. Knoblach: "Warum nicht erfolgreiche Erkenntnisse anderer Länder annehmen?" 

Wasser in Hochbehältern speichern

Zweites großes Thema war die Trockenheit. Damit werde die Frage der Verteilung von Wasser in Deutschland akut, sagte Anton Hofreiter. Auch das Problem des Wassermangels müsse der Freistaat "zügiger anzugehen", verlangte Knoblach und nannte ein Lösungsbeispiel: Uferfiltrat im Winter in Hochbehälter pumpen, um das Wasser in niederschlagsarmen Zeiten zu nutzen. 
Beim Schlussgespräch auf der Vogelsburg präsentierte die Stiftung Juliusspital ihre ökologisch bewirtschafteten Weinberge. 

In der Diskussion wünschten Weinbau-Präsident Artur Steinmann und Verbands-Geschäftsführer Herrmann Schmitt dem Franken-Wein eine "höhere Wertschätzung". In Österreich werde 70 Prozent der Produktion im Land selbst umgesetzt, während die Bayern zu 60 Prozent Weine aus dem europäischen Ausland bevorzugten, endet die Pressemitteilung.