Welche Rolle spielen Mittelwälder für Natur- und Artenschutz? Darüber informierten sich die Kitzinger Grünen im Iphöfer Stadtwald, schreibt die Partei in einer Mitteilung an die Presse. Treffpunkt war der Mittelwaldpavillon bei der Bildeiche. Von dort aus erkundeten die Naturfreunde die Schönheit des Waldgebietes, das laut Mitteilung bis heute noch traditionell genutzt wird. Naturpädagogin Anke Camphausen (wildwechsel.org) erklärte anschaulich das Prinzip der Mittelwald-Bewirtschaftung und verdeutlichte deren kulturhistorische Bedeutung.

Heute gibt es in Deutschland nur noch wenige Mittelwälder. Im nachhaltiger Forstwirtschaft setzen aber bereits einige Bundesländer wieder auf die Mittelwaldwirtschaft. In den speziellen Ökosystemen der Mittelwälder – mit Eichen, Hainbuchen und Linden sowie dichtem Unterbewuchs – finden sich laut der Mitteilung viele und seltene Pflanzen- und Tierarten. So können wertvolle Biotope entstehen, die eine tragende Rolle für den Klimaschutz spielen. Grünen-Vorstandssprecherin Eva Trapp wird in der Mitteilung zitiert: "Die Rückführung von Teilbereichen der Wälder in eine Mittelwaldbewirtschaftung wäre sicherlich auch in Kitzingen eine sinnvolle Maßnahme für mehr Naturschutz."

Die Ober- und Unterschichten der Mittelwälder versorgten die Bevölkerung bis weit in das 19. Jahrhundert abwechselnd mit Brennmaterial und Holz für den Bau von Fachwerkhäusern. Die gelichteten Flächen standen als Viehweide und für die Schweinemast zur Verfügung. Mit dem wachsenden Bedarf an Bauholz wurde der Großteil der deutschen Mittelwälder in Hochwälder überführt und unterliegt seitdem einer einseitigen Nutzung, heißt es abschließend in der Mitteilung.