Das Thema Parken und Parkplätze im Ortskern sorgte in der Sitzung des Abtswinder Gemeinderates erneut für eine leidenschaftliche und längere Debatte. Bürgermeister Jürgen Schulz begrüßte dazu rund 15 Bürger, die vornehmlich als Anwohner in der Ortsmitte davon betroffen sind. Die meisten von ihnen diskutierten lebhaft bei dem Punkt mit.

Letztlich jedoch vergeblich, der Gemeinderat hielt an seinem im März beschlossenen Vorgehen fest, nachdem diesmal erneut etliche Varianten besprochen wurden. Damals hatte das Gremium die Parkplätze probehalber in der schmalen Gasse so aufgezeigt, wie sie von einem eigens beauftragten Fachbüro in einem Konzept vorgeschlagen wurden. Privatgrund, öffentlicher Grund und eine geforderte Durchfahrtsbreite von mindestens 3,50 Meter machen die Situation dort schwierig. Nach einer Begehung hatte der Gemeinderat zwölf Parkflächen ausgewiesen. In einer Probephase wolle man beobachten, ob das Ganze funktioniere, hieß es damals.

Anwohner waren nicht einverstanden

Mit dem Konzept zeigten sich schon im Frühjahr etliche Anwohner nicht einverstanden, weil die ein oder andere Stellfläche für sie damit weg falle. Zur Sitzung diesmal hatten Anwohner ein Schreiben an die Gemeinde gerichtet mit der Bitte, das Problem noch einmal zu besprechen. Mit Gerhard Krämer trug es einer der Betroffenen vor.

Darin wurde unter anderem moniert, die gemeindliche Entscheidung sei über die Köpfe der Bürger getroffen worden. Eine Besprechung, etwa in einer Anlieger-Versammlung, hätte man sich gewünscht, bevor man ein Konzept erstelle. Warum belasse man es nicht beim Status Quo, hieß es außerdem.

Man könne nicht so tun, als gebe es dort keine Probleme, warf Heiko Därr dazu ein. Ratsmitglied Sebastian Fuchs, selbst Anwohner in der betroffenen Gasse, verwies auf die bereits seit Jahren vor sich her geschobene Thema. Sie entstünden auch wegen einiger uneinsichtiger Bürger. Man habe im Rat hin und her überlegt, im Konzept sehe man den sinnvollsten Weg zur Lösung.

Gemeinderat hält an Konzept fest

Das sahen die Zuhörer anders. "Wo sollen wir in Zukunft parken", fragte etwa Konrad Höfer. Andere verwiesen darauf, dass man dann auch die Parksituation an den ebenso heiklen Stellen am Marktplatz, in der Hauptstraße und in der Greuther Straße regeln müsse. Für letztere sei der Landkreis zuständig, hieß es. Für die Anwohner kam ein anderer Vorschlag ins Gespräch. Bürgermeister Schulz meinte, man könne eventuell eine Parkfläche im Bereich zum Bach und zum Schwimmbad hin schaffen.

Weiter wurde in der Sitzung angeregt, lediglich die Problemstellen in der Pfarrgasse zu markieren, damit dort keiner mehr parke. Baueisen, Klebeband, Nägel, verschiedene Möglichkeiten wurden aufgeworfen. Das wäre ein Versuch auf Zeit wert, meinte Bürgermeister Schulz. Er solle sich erkundigen, welches Material zugelassen sei zur Absperrung, hieß es.

Hier warf sein Stellvertreter Jürgen Bünnagel die Frage der Haftung ein. Wenn innerhalb dieser Phase etwas passiere, sei die Gemeinde dafür verantwortlich. Es bestehe ein beschlossenes Konzept mit Parkplätzen, das müsse man umsetzen. Wieder wurde hin und her überlegt. Das Gremium stimmte später ab, ob man das bestehende Parkraum-Konzept aufheben solle. Bei einer Gegenstimme wurde schließlich festgelegt, am Konzept festzuhalten.