Das Parken in den Gassen im Ortskern von Abtswind ist in der kleinen Gemeinde schon länger ein heikles Thema. Das zeigte sich wieder in der Sitzung des Gemeinderates, als bei den Bürgerfragen wieder einmal der Punkt aufkam. Ein Zuhörer hatte sich gemeldet und fragte nach dem Stand und den Kosten des Parkraum-Konzepts, das die Gemeinde bei einem Fachbüro in Auftrag gegeben hat. 

Zudem monierte er, dass die Anlieger nicht vorab über eine kürzlich erfolgte Ortsbegehung der Gemeinderäte informiert worden waren. In solchen Fragen müsse man die Bewohner mit einbeziehen, meinte er weiter. Ein Konzept über die Parkplätze sei für Abtswind gar nicht nötig, die von Bürgermeister Schulz genannten Kosten von 8000 Euro hätte man sich sparen können, so der Bürger.

Stellflächen wurden probehalber eingezeichnet

Wenige Tage vor der Sitzung hatten sich die Räte mit der Greuther Gasse und der Pfarrgasse zwei neuralgische Stellen bei einem Ortstermin angesehen. Dabei wurde auch probehalber auf das Pflaster gezeichnet, wo der Entwurf des Fachbüros künftig die möglichen Parkplätze vorsieht.

Es ging hitzig und teilweise emotional hin und her. Warum dort ein Parkplatz, und warum da nicht? Warum so wenige Flächen, warum dürfe man sein Fahrzeug künftig nicht einmal vor seinem eigenen Hoftor abstellen? Dann stehe künftig wahrscheinlich der gesamte Marktplatz voll mit Autos, und so weiter, monierten die insgesamt 15 Zuhörer.

Bürgermeister Schulz und die Räte verteidigten ihr Vorhaben. Es habe in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden wegen geparkter Autos gegeben, erinnerte die dritte Bürgermeisterin Elisabeth Zehnder. Alles Reden und guter Wille habe wenig geholfen. Daraufhin habe sich die Gemeinde zum Handeln entschlossen. "Wir haben das Parkraum-Konzept nicht aus Jux und Tollerei gemacht", rechtfertigte Ratsmitglied Heiko Därr.

Die gekommenen Anwohner mochten das nicht verstehen. Bürgermeister Schulz wies darauf hin, dass das Konzept bereits 2019 als Grundlage erstellt wurde und nun ausgeführt wurde. "Wenn wieder Beschwerden kommen, dann wissen wir, dass es nicht funktioniert hat", so Schulz.  Er sehe das Ganze erst einmal als Probephase. Dass das letzte Wort in der Sache bestimmt noch nicht gesprochen ist, ließ sich aus der Debatte erkennen.