Der Garten des Bürgerhauses bot die idyllische Kulisse für die Bürgerversammlung in Possenheim. Bei Bürgermeister Dieter Lenzer waren anders als in den anderen Stadtteilen keine Anträge eingegangen. So konnte das Stadtoberhaupt berichten, dass das Areal der ehemaligen Schule mit zwei Bauplätzen zum Verkauf angeboten wird. Zwischen den beiden Bauplätzen ist je nach Bauvorhaben eine Stützmauer erforderlich, deren Kosten sich die Bauwerber nach Meinung von Stadtteilreferent Jürgen Adler teilen müssen.

Dem vor einiger Zeit vorgetragenen Wunsch zur Übernahme des örtlichen Friedhofes in städtische Hand konnte die Verwaltung nicht entsprechen. Als Kartenauszug lag dem Bürgermeister eine Umplanung der Possenheimer Runde mit sieben Kilometern Länge vor, die die Eichelschweinhaltung umgehen und an der Karl-Hofmann-Gedächtnisbank vorbeiführen soll. Beginn und Ende sollen nicht in der Ortsmitte, sondern am Bürgerhaus liegen. Das Umfeld des Bürgerhauses wird durch einen Verkehrsspiegel aufgewertet, der die Ausfahrt auf die Dorfstraße erleichtern soll. Zudem wird es am Bürgerhaus Bayern-Wlan geben.

Dann tauchte doch eine Bürgerfrage nach der Nutzung von Holz aus eigenem Einschlag auf. Stadtförster Rainer Fell erklärte dazu, dass die Stadt das Stammholz nur verkaufen und als Bauholz zurückkaufen könne. Den Bau der Kapelle am ABZ mit Holz aus dem Stadtwald bezeichnete er als Ausnahme. Nach Meinung des Försters ist die Bauholzteuerung eine vorübergehende Erscheinung. Die Waldwirtschaft werde bei Käferholz mit geringen Preisen abgespeist, während das Sägewerk an die Kundschaft verkauft, die am meisten bietet.

Die Frage nach für Bauvorhaben günstigeren Vorgaben im Bebauungsplan wie bei Kniestock und Baufenster fand bei Lenzer und Adler wenig Anklang. Barbara Knaup schilderte aus eigener Erfahrung, dass die Vorgabe eines Kniestocks von nur 25 Zentimetern deutliche Einschränkungen bei der Bauausführung bedeuteten. Sie wünschte sich zudem, dass im Baufenster zukünftiger Bebauungspläne Gebäude grundsätzlich so ausgerichtet werden, dass sie für den Bau von Photovoltaikanlagen optimiert sind. Sie rief den Stadtrat zudem auf, auch die Freigabe von Flach-, Pult- und Satteldächern zu überdenken.

Das Stadtoberhaupt kündigte den lange gewünschten Bau einer Linksabbiegespur auf der Bundesstraße im Rahmen des Deckenbauprogramms an. Zunächst werden Baggerarbeiten ausgeführt, mit denen die Archäologie den Untergrund erkundet wird. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt wegen zahlreicher Umleitungen voraussichtlich erst 2022.

Kopfzerbrechen bereitet der Stadt das eigene Areal Kirchstraße 3. Dort wurden nämlich zahlreiche Fledermausnistplätze entdeckt, darunter das seltene Graue Langohr. Außerdem nisten dort Rauchschwalben. Damit sieht der Bürgermeister die Bauplanung stark behindert, denn Fledermausvorkommen und Bauvorhaben müssen unter einen Hut gebracht werden.