„In eurer Gemeinde wäre es sehr leise, wenn es das Orchester nicht gäbe!“, sagte die Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Sibylle Säger, nachdem sie bei der Jahreshauptversammlung des Musik- und Gesangvereins Wiesentheid das reichhaltige Programm der vergangenen beiden Berichtsjahre gehört hatte. Auch Bürgermeister Werner Knaier lobte das Engagement des Vereins, dessen Musiker außerhalb der Proben rund 120-mal und dessen Sänger rund 30-mal ehrenamtlich im Einsatz waren.

Als Höhepunkt der Jahre 2012 und 2013 bezeichnete Vorsitzender Wolfgang Lurati das Dreifachjubiläum mit 150 Jahre Chorleben, 45 Jahre Orchester und 40 Jahre Freundschaft mit der Batterie Harmonie Rouillac/ Frankreich. Mehrere musikalische Veranstaltungen umrahmten die Feierlichkeiten, etwa der Tag der Musik und das Festwochenende mit dem Sternmarsch. Für Dirigent Edgar Roske zählte das Wertungsspiel des Orchesters, bei dem das Können der Musiker mit sehr gutem Erfolg belohnt wurde, zu den besonderen Momenten.

Die Musiker freuten sich besonders über die Grillparty, mit der Roske 20 Jahre Orchesterleiter in Wiesentheid feierte.

Großes Kopfzerbrechen bereitet Lurati der Rückgang der Spielgeschäfte des Orchesters, die bisher die Haupteinnahmequelle des Vereins waren. Derzeit versuche man durch den Einsatz kleinerer Ensembles diesen Ausfall zu kompensieren. Die zweite Baustelle im Verein sei der Männerchor, bei dem die Abgänge durch Todesfälle größer seien als die Neuzugänge. Glücklicherweise habe sich der Chor mit dem Männergesangverein Altenschönbach zusammengetan, um singfähig zu bleiben.

Der neugegründete Kinderchor werde kurzfristig wohl kaum die Lücken schließen können, meinte Lurati schmunzelnd, doch langfristig könne er vielleicht die 150-jährige Gesangtradition des Vereins fortführen. Petra Hergeth, die die Leitung des Kinderchores übernommen hat, hat selbst in ihrer Jugend in Karlstadt gesungen und war später Stellvertreterin des dortigen Kantors. Inzwischen sind etwa 25 kleine Sänger ab vier Jahren dabei, wenn sie am Donnerstagnachmittag zum Singen einlädt. Auch erste Auftritte hat der Nachwuchs bereits erfolgreich absolviert. „Wir würden gerne noch Kinder, gerne auch älter, zu uns einladen!“, sagte sie.

Außerdem standen Ehrungen an: Die Vereinsnadel in Bronze für zehn Jahre passive Mitgliedschaft erhielten Michael Lang und Franz Wolf. Die Nadel in Silber mit Urkunde für 25 Jahre wurde an Adelheid Deininger, Angelika und Ludwig Michel, Marion und Gerald Roßmark, Ernst Hornig und Friedrich Antor vergeben. Über eine handgeschriebene Urkunde für ihre 50-jährige Vereinstreue freuten sich Burkhard Baumann, Hans Dorbert und Günter Harzdorf. Bereits 60 Jahre im Verein sind Lore Ragati und Wilhelm Finger. Als Aktive geehrt wurden Sänger Michael Lang (zehn Jahre) und Musiker Norbert Michel (30 Jahre).

Für ihre besonderen Verdienste als Vereinsfunktionäre wurden Doris Lang für 35 Jahre, Sabine Berthold und Wolfgang Lurati für je 30 Jahre, Winfried Berthold für 25 Jahre und Martina Frevert für 15 Jahre ausgezeichnet. Diese Ehrungen übernahm Sibylle Säger, Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes. Bei den Neuwahlen gab es keine großen Veränderungen. Lediglich zweiter Vorsitzender, Hans Mathee, bei dem sich Lurati für seinen langjährigen Einsatz bedankte, wird ins zweite Glied zurücktreten und den Verein als Beisitzer unterstützen.

Es wurden gewählt: 1. Vorsitzender: Wolfgang Lurati, 2. Vorsitzende: Sabine Berthold, Geschäftsführerin: Birgit Enk, Schatzmeister: Otto Enk, Schriftführer: Gert Lang, Presse und Protokoll: Doris Lang, Kulturwart: Michaela Barthel, Organisation Musik: Winfried Berthold, Jugendvertreter: Martina Frevert, Notenwart Chor: Alfred Heim, Notenwart Orchester: Birgit Enk. Als Beisitzer fungieren: Michael Lang, Thea Feth, Sigrid Stegner, Oskar Holzmann, Alfons Goldschmitt und Hans Mathee.