In der Nacht zum Samstag artete eine Feier von rund hundert jungen Leuten am Mainufer in Kitzingen aus. Die Polizei spricht von "Sicherheitsstörungen". Drei Personen, die die Beamten heftig  attackiert haben sollen und verletzten, wurden vorübergehend festgenommen, wenig später nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aber wieder freigelassen.

Der Bleichwasen mit dem anschließenden ehemaligen Gartenschaugelände und dem Skaterplatz ziehe seit Jahren insbesondere in den Sommermonaten zahlreiche Personen vornehmlich in den Abend- und Nachtstunden an, die dort ihre Freizeit verbringen, heißt es in einem am Montagabend veröffentlichten Pressebericht des Polizeipräsidiums Unterfranken. Immer wieder komme es dort zu "Sicherheits- und Ordnungsstörungen, wie Ruhestörungen, Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigungen". Freitagabend seien bei der Polizeiinspektion Kitzingen mehrere Beschwerden von Anwohnern über Ruhestörungen eingegangen.

Rund hundert Personen hörten laut Musik

Gegen 1.30 Uhr hätten Streifenpolizisten dann festgestellt, dass sich am Bleichwasen sowie unter der Alten Mainbrücke rund hundert Personen aufhielten und laut Musik hörten. Um die Ruhestörungen zu unterbinden, riefen die Beamten weitere Streifen hinzu. Die Mehrheit der Feiernden habe die polizeilichen Anweisungen daraufhin befolgt, den Bleichwasen verlassen oder sich ruhig verhalten.

Eine "rund zehnköpfige Personengruppe" habe den ausgesprochenen Platzverweis jedoch ignoriert.  Die jungen Leute hätten die Musik noch lauter aufgedreht und die Einsatzkräfte aus nächster Nähe gefilmt. Gegenüber den polizeilichen Maßnahmen hätten sie sich völlig uneinsichtig und "provokativ" gezeigt. Teilweise seien sie die Einsatzkräfte verbal angegangen. In der weiteren Folge hätten dann zwei 28-jährige Männer und eine drei Jahre ältere Frau, allesamt wohnhaft in Kitzingen, auch körperlich Widerstand gegen die Beamten geleistet. Laut Pressebericht biss und trat die 31-Jährige nach mehreren Polizisten und verletzte diese dabei, so dass sie ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Auch die beiden Männer hätten sich durch Tritte und Kopfstöße gegen eine vorläufige Festnahme gewehrt. Nach einer Blutentnahme durften sie die Polizeiwache wieder verlassen. 

"Unbeteiligte Personen" bespucken Polizeibeamte 

Nur durch ein größeres Aufgebot der Kitzinger Polizei, mit Unterstützung von benachbarten Dienststellen, habe man die aufgeheizte Stimmung beruhigen und weitere Sicherheitsstörungen verhindern können, schreibt das Polizeipräsidium am Montag. Zudem hätten noch mehrere anwesende Personen versucht, beruhigend auf die Aggressoren einzuwirken. Dafür bedanke sich die Polizei Kitzingen ausdrücklich. Nachdenklich stimme die Beamten allerdings, dass "unbeteiligte Personen" sie von der Alten Mainbrücke aus bespuckt hätten. Videoaufnahmen von Teilen des Polizeieinsatzes kursierten am Montag in den sozialen Netzwerken und wurden dort kontrovers diskutiert. 

Die Polizei Kitzingen beobachtet eigenen Angaben zufolge bereits seit längerer Zeit "die Zunahme der Ordnungs- und Sicherheitsstörungen im Bereich Bleichwasen, unter anderem in Form von liegengelassenem Müll, Sachbeschädigungen und dem Urinieren in der Öffentlichkeit". Um die "gute objektive Sicherheitslage" weiter zu gewährleisten und das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu steigern, sorge man in Abstimmung mit der Stadt für Ordnung, insbesondere durch "noch mehr Präsenz" im Bereich Bleichwasen und Alte Mainbrücke. Mit eingebunden in das Präsenzkonzept sei auch die ehreanmtliche Sicherheitswacht, die insbesondere an den Nachmittagen als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung stehe und kleinere Ordnungsstörungen unterbinde.