Gegen harte Konkurrenz setzte sich der Reupelsdorfer Oliver Pardela (Gebietsverkehrswacht Kitzingen) beim Schülerlotsen-Wettbewerb in Bad Königshofen durch. Pardela ist jetzt Unterfrankens Top-Schulweghel-fer. Die 27 besten Schülerlotsen Unterfrankens hatten sich in ihren Landkreisen und Gebietsverkehrswachten (GVW) bei Vorausscheidungen für diesen Wettbewerb qualifiziert.

Wie wertvoll die Arbeit der Schülerlotsen ist, machte stellvertretender Rhön-Grabfeld-Landrat Peter Suckfüll deutlich: Die Helfer seien „die tragenden Säulen unserer Schulwegsicherheit“. Bürgermeister Thomas Helbling sprach die spontanen und unberechenbaren Verhaltensweisen besonders der Schulanfänger an, mit der die Lotsen klarkommen müssen. „Die Eltern schicken sie in die Schule und fühlen sich etwas beruhigter, dass sie sie gesund wieder zurückbekommen.“

Einen positiven Nebeneffekt der Schülerlotsen-Arbeit hob der Bezirksvorsitzende der Verkehrswacht Unterfranken, Dieter Aufderhaar, hervor: „Wenn ihr euch später für eine Ausbildungsstelle bewerbt und ein Zertifikat als Schülerlotse vorlegt, gibt es viele, die euch besondere Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein zutrauen und euch bevorzugt berücksichtigen. Es ist nicht nur die Note, sondern auch die Sozialkompetenz, die mitentscheidet.“

Paul Beinhofer war in Doppelfunktion nach Bad Königshofen gekommen: als Regierungspräsident von Unterfranken und als Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern. „Meine Mutter“, erinnerte er sich, „hat zu mir gesagt, als ich in die Schule gekommen bin, wichtig ist es, dass du was lernst, Paul! Aber noch wichtiger, dass du wieder gesund nach Hause kommst.“ Er bezeichnete alle 27 Teilnehmer als Sieger und freute sich besonders für die zwei, die Unterfranken in fünf Wochen beim Landesentscheid in Regensburg vertreten. Nächste Stufe danach wäre der Bundesentscheid in Potsdam.

Ein flammendes Bekenntnis legte Hubert Schröder, zuständig für Verkehrserziehung und -aufklärung beim Innenministerium, für die Schülerlotsen ab. „Seid euch bewusst, dass Ihr jeden Tag Leben rettet.“ Noch 1975 seien bei wesentlich weniger Verkehrsaufkommen 35 Kinder auf dem Schulweg getötet worden. Es seien 90 Prozent weniger, seit die Schulwegdienste – Schülerlotsen, erwachsene Schulweghelfer, 30 700 von ihnen in Bayern – ins Leben gerufen wurden.

Nach den offiziellen Begrüßungsworten ging es durch die vierteilige Prüfung. Einstieg war eine Multiple-Choice-Abfrage mit einem Allgemeinwissens-, einem allgemeinen verkehrstechnischen und einem schülerlotsenspezifischen Test. Danach ging es zum Reaktionstest. Insgesamt waren es hervorragende Ergebnisse, fast alle im Bereich zwischen 0,20 und 0,30 Sekunden.

Mehr Realität hatte dann ein Praxistest. Dabei mussten die Schüler Geschwindigkeit und Abstand dreier Fahrzeuge schätzen. Interessant dabei: Bei einem Lkw lagen viele der Lotsen extrem daneben. Der Grund: Die Größe und der höhere Lärm beeinflusse die Schätzung, so die Prüfer.

Sieger des Bezirkswettbewerbs war am Ende Oliver Pardela aus Reupelsdorf. Platz zwei belegte Benedikt Langer von der GVW Bad Königshofen. Rang drei ging an Martin Zeller von der GVW Hammelburg. Mit einem gemeinsamen Essen endete dieser Schülerlotsen-Bezirksentscheid für Unterfranken.