Glückliches Nordheim: Erst wurde Christina Schneider am 18. März zur Fränkischen Weinkönigin gewählt, dann ist es geglückt, das Weinfest über den Vatertag zu retten, auf neue Füße zu stellen – und am Freitag wurde mit Eva-Marie Sauer eine neue Weinprinzessin gekrönt.

Um Punkt 20.31 Uhr strahlten Eva-Marie und Christina um die Wette, das Publikum erhob sich und applaudierte: Nordheim hat nicht nur als einziger Ort weit und breit drei Weinfeste, sondern jetzt auch Königin und Prinzessin.

Am Tisch von Eva-Maries Familie saß auch ihre Tante Edith Blendel, die 1977 erste Nordheimer Weinprinzessin war. Eva-Marie hat ihren Krönungswein zusammen mit Papa Roland ausgebaut. „Ich hatte einige Weine zur Auswahl, aber der hat mich sofort überzeugt. Der Riesling ist der König der Weine – und wenn Sie mal ins Glas riechen: Er duftet nach Pfirsich und Limette.“

Die 23-jährige Kauffrau für Bürokommunikation hat von klein auf im elterlichen Weingut mitgeholfen, tut das bis heute mit Leidenschaft. Den Bezug baute sie pfiffig in ihre Antrittsworte ein. „Ich entscheide, ob die Rede trocken oder spritzig wird“, meinte sie strahlend und freute sich diebisch über den herzlichen Beifall.

Vor allem ist ihre Rede kurz und knackig: Eva-Marie liest gerne, treibt Sport und mag es, mit Freunden zu kochen: Neben einigen Dankesworten war es das schon fast. Konzentriert auf den Punkt kommen – da könnte sich mancher Politiker eine Scheibe von abschneiden.

An dem Abend gab's an den Reden allerdings nichts auszusetzen: Alle waren gut drauf, fassten sich kurz: Wahrscheinlich wollte sich keiner nachsagen lassen, er habe die anschließende Weinprobe, spendiert von Ortswinzern, unnötig verzögert.

Christina Schneider zog bei ihrer Abschiedsrede als Prinzessin alle Register: Sie verriet, dass ihr bei einem Termin Schloss Schwerin so gut gefallen hat, dass sie dort irgendwann heiraten will. „Aber Oma ist dagegen. Sie findet, wir haben in Franken genug schöne Schlösser“. Dass sie sich vom Faschingsmuffel zur Närrin bekehren ließ, hat der Weingenießerclub mit seiner Sitzung erreicht. „Das ist jetzt voll mein Ding.“

Christina erzählte auch, dass Oma Hannelore Verwandte und Freunde über ihre Weintermine auf dem Laufenden hält: „Wohlgemerkt, mit den iPhone.“ Lacher gibts dann noch, als die Weinkönigin erzählte: „Punkt eins meiner Wunschliste aus dem Kindergarten endet heute, Punkt zwei hat gerade begonnen. Punkt drei mache ich dann selber.“ Wer nicht weiß: Punkt drei ist Mutter werden und schönste Privatsache.

Erwähnenswert noch: Chiara, die Tochter der Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber, malt im Kindergarten eifrig Bilder mit Kronen und Wünschen. Und Weinbaupräsident Artur Steinmann lieferte mal wieder den Kracher des Abends: „Bei einem Termin in München kam Christina ganz aufgeregt zu mir und sagte: Sie müssen besser auf mich aufpassen“. Ein Bayer hatte ihr was zum Schnupfen angeboten, die 21-Jährige etwas Illegales vermutet. Was nur unterstreicht: Weinkönigin sein heißt, ständig dazulernen.