Wiesenbronn

Neustart nach Corona-Pause: Förderverein ehemalige Synagoge Wiesenbronn hat viel vor

Eine verstärkte Mitgliederwerbung und mehrere Veranstaltungen stehen auf der Agenda des gemeinnnützigen Fördervereins ehemalige Synagoge Wiesenbronn. In der Jahreshauptversammlung konnte nach der Corona-Zwangspause Rückschau und Ausblick gehalten werden. Das teilt der Verein in einem Schreiben an die Presse mit, dem die folgenden Informationen entnommen sind.
Sie führen für die nächsten zwei Jahre den Förderverein ehemalige Synagoge Wiesenbronn: Vorsitzender und Schatzmeister Reinhard Hüßner mit einem Keramikobjekt aus dem 13. Jahrhundert (links) und Schriftführer Georg Neuerer mit einem Exemplar der Gensia-Publikation. Foto: Ruth Neuerer
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Eine verstärkte Mitgliederwerbung und mehrere Veranstaltungen stehen auf der Agenda des gemeinnnützigen Fördervereins ehemalige Synagoge Wiesenbronn. In der Jahreshauptversammlung konnte nach der Corona-Zwangspause Rückschau und Ausblick gehalten werden. Das teilt der Verein in einem Schreiben an die Presse mit, dem die folgenden Informationen entnommen sind.

Vorsitzender Reinhard Hüßner informierte, dass in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Projekte durchgeführt werden konnten. Höhepunkt war die Vorstellung der Publikation der Genisa-Funde aus dem Dach der ehemaligen Synagoge in Schalom Europa mit einem Grußwort von Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Außerdem wurde ein Ausstellungsraum neugestaltet und die Homepage des Fördervereins ist nahezu fertiggestellt. Aufgrund der allgemeinen Beschränkungen waren in den Ausstellungsräumen der ehemaligen Synagoge nur wenige Besucherinnen und Besucher zu verzeichnen. In diesem Jahr konnten allerdings schon acht Besuchergruppen begrüßt werden.

Projekt aus Wiesenbronn fand große Aufmerksamkeit

Aktuell wurde ein Forschungsprojekt zu Schmiedeschlacken abgeschlossen. Auf dem Synagogengrundstück konnten bei archäologischen Grabungen rund 1000 Kilogramm Schmiedeschlacke geborgen werden. Diese belegen, dass auf dem Grundstück um 1500, also weit vor der jüdischen Zeit, eine Schmiede betrieben wurde. Das Projekt fand im wissenschaftlichen Diskurs deswegen große Aufmerksamkeit, weil durch die Ergebnisse weiterer Schlackenfunde vom Marienhof in München und aus Regensburg besser eingeordnet werden können.

Bei seinem Kassenbericht konnte Reinhard Hüßner auf erhebliche Fördergelder verweisen, ohne die die genannten Projekte nicht möglich gewesen wären. In den vergangenen zwei Jahren hat der Verein rund 70.000 Euro investiert.

Die Neuwahlen bestätigten Reinhard Hüßner als 1. Vorsitzenden und Kassier. Als Schriftführer fungiert künftig Georg Neuerer.

Bereits am Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 11. September, wird der Verein in Aktion treten und die Synagoge mit dem Sternenhimmel für Gäste öffnen. Im November wird die Wanderausstellung "Mehr als Steine – Synagogen in Bayern" in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde gezeigt. Noch in diesem Jahr soll die Homepage des Vereins fertiggestellt und öffentlich vorgestellt werden. Eine Exkursion zur ehem. Synagoge in Urspringen soll die bereits geknüpften Kontakte zum dortigen Förderverein vertiefen. Führungen zu den Themen "Christen und Juden in Wiesenbronn", "Zwei Gotteshäuser in Wiesenbronn: Synagoge und Dorfkirche", aber auch zu eher allgemeinen Themen wie Weinbau und Weinhandel sollen ab 2023 interessierten Gruppen angeboten werden.

Beim anschließenden Sommerfest im Synagogeninnenhof fanden vor allem das 3D-Modell des virtuell rekonstruierten Synagogenbaus von 1792 und der Einführungsfilm auf der Homepage zur Synagogengeschichte großes Interesse.