Seit Anfang vergangenen Jahres ist das Segnitzer Dorfgemeinschaftshaus fertig, längst wird es für Gemeinderatssitzungen und Vereinstreffen genutzt. Nun konnte endlich die große Einweihung gefeiert werden, die eigentlich für April 2020 geplant gewesen war. Die damalige Bürgermeisterin Marlene Bauer, die mit ihrem Gemeinderat die wesentliche Planungs- und Bauphase begleitet hatte, zeigte sich erleichtert. Gerne hätte sie selbst die Feierlichkeiten im letzten Jahr veranstaltet, die Einladungen waren bereits gedruckt. Aber wie so vieles wurde auch das durch die Pandemie verhindert.

Und so war es ihr Nachfolger Peter Matterne, der am Samstag den Schlüssel von Architekt Jürgen Hertel entgegennahm. Matterne lobte die Arbeit seiner Vorgängerin. Die Einweihung wäre ein würdiger Abschluss ihrer Amtszeit gewesen. Er freue sich, dass das Haus bereits rege genutzt wird, unter anderem für das Museumscafé, Vereinssitzungen oder Gesangsproben. "Segnitz ist ein Stück lebenswerter geworden: Die Mainlände, die Ortsdurchfahrt und nun das Gemeinschaftshaus machen unseren Ort wirklich schön!"

Auch Marlene Bauer ergriff das Wort bei der Einweihung. Sie zeichnete die Entwicklung des Hauses nach, vom Erwerb des ehemaligen Kaufhauses Gregor über das gemeinsame Ausräumen, Abriss und schließlich bis zum Neubau. Sie bedankte sich bei den beteiligten Planern, Firmen und nicht zuletzt bei den ehrenamtlichen Helfern, die sich hier engagiert hatten. "In den letzten Jahren wurden rund zwei Millionen Euro Fördergelder nach Segnitz geholt, das hätten wir uns so niemals leisten können", richtete sie ihren Dank auch an das Amt für ländliche Entwicklung, das beim Beschaffen dieser Gelder geholfen hatte. "Ich wünsche mir nun, dass das Haus mit Leben gefüllt wird, dass sich die Segnitzer und ihre Gäste hier wohlfühlen", sagte sie.

Erster Förderantrag wurde abgelehnt

Landrätin Tamara Bischof beglückwünschte die Segnitzer zu ihrem neuen Haus: "Es war kein einfacher Weg hierher und für so eine kleine Gemeinde ist das eine besondere Leistung." Das Haus sei ein Gemeinschaftswerk, und das ging nur, weil die Bürger hinter dem Projekt standen. Peter Doneis vom Amt für ländliche Entwicklung zeigte sich begeistert davon, was aus den Anfangsplanungen geworden ist. Die Fördergelder seien hier gut angelegt und "der Hartnäckigkeit von Frau Bauer zu verdanken". Denn der erste Antrag für das ELER-Förderverfahren war abgelehnt worden, erst beim zweiten Anlauf habe es geklappt.

Lob gab es von ihm auch für die Gestaltung der Ortsdurchfahrt und der Mainlände: "Sie haben das toll gemacht und die Zeichen der Zeit erkannt." Auch Architekt Jürgen Hertel freute sich über die Fertigstellung des Projektes, das der erste öffentliche Auftrag seines Büros war. "Man sieht hier, wozu Gemeinschaftssinn fähig ist", beschrieb er die Planungsgespräche mit Gemeinderäten und Vereinen. Für die Vereine sprach Werner Götz von der Schützengesellschaft, die mit dem Schützenhaus auch direkter Nachbar ist. Für ihn sei das Gemeinschaftshaus das Wohnzimmer des Dorfes, "man fühlt sich hier daheim." Glückwünsche gab es auch vom Marktbreiter Bürgermeister Harald Kopp. Die Kitzinger Pfarrer Gerhard Spöckl und Michael Bausewein erteilten schließlich dem Haus und allen, die darin ein- und ausgehen, den Segen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es die Gelegenheit, das Haus und ganz Segnitz ausführlich zu besichtigen.