„Sei stets mannhaft, tapfer und treu“, diese Mahnung gab Zeremonienmeister Bernhard Stöckl dem neuen Ratsmitglied der Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde, Jürgen Arenz, bei der feierlichen Vereidigung mit auf den Weg. Mit Arenz sind wieder alle 23 Stühle der Tischgemeinde besetzt.

Der Hintergrund der Traditionsgemeinschaft: 1683, als die Türken zum zweiten Mal Wien belagerten, wurden aus Kitzingen ein Schützenfähnlein von 23 Mann rekrutiert. Laut der Chronik war das Land westlich der alten Kitzinger Stadtmauer Schwarzenberger Hoheitsgebiet. Unter Führung von Fürst Ferdinand zu Schwarzenberg sollte das Kitzinger Fähnlein mithelfen, „das Abendland zu verteidigen“, was es auch tat.

Zum Dank erhielt es vom Landesherrn eine Fahne mit fürstlichem Wappen verliehen. Gemäß einem Edikt von Fürst Heinrich Prinz zu Schwarzenberg, darf die Kitzinger Ratsrunde seit 1953 offiziell die Bezeichnung „Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde“ führen.

Einmal im Monat trifft sich die Runde zur Ratssitzung im Herbergslager (Hotel Deutsches Haus). Den Verdacht wegen der Rituale in früheren Jahren, ein Geheimbund zu sein, wehrt „Bürgermeister“ Gottfried Hofmann ab: „Unsere Gemeinschaft ist vollkommen unpolitisch und ausschließlich ihrer Geschichte und der Geselligkeit verpflichtet.“