Das Interesse der Haidter Bürger an der Dorferneuerung in ihrem Ort ist groß. Bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Bürgerhaus mussten noch etliche Stühle geholt werden, damit alle einen Sitzplatz bekamen. Bürgermeisterin Gerlinde Stier und Landschaftsarchitektin Brigitte Horak aus Castell, die die punktuellen Vorhaben erläuterten, freuten sich über den Zuspruch und die rege Diskussion zu den verschiedenen Bau- und Pflanzprojekten.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Bürgerhaus: Der Platz davor wird ein neues Gesicht bekommen. Die Treppe wird erneuert, ein Freisitz gebaut, Pflasterstreifen, eine Sitzgruppe und ein Kinderspielplatz werden angelegt und der Grünstreifen an der Westseite des Grundstücks wird mit Bäumen und Büschen gesäumt.

Nussbaum muss weichen

Eine längere Diskussion gab es zum Neuaufbau der Treppe, da die Mehrheit der Bürger ein Geländer auf der Mauer neben der Treppe nicht passend findet und die Planerin eine Mauerhöhe von 90 Zentimetern über der letzten Treppenstufe für „sehr wuchtig“ hielt. Sie schlug eine Mauer bis zur letzten Stufe mit einem Geländer samt Handlauf vor, „da man auch an einen späteren Anbau mit barrierefreiem Zugangs denken muss“.

Diese Variante fand schließlich die Zustimmung der meisten Anwesenden.

Für den Freisitz in Ost-West-Richtung, der Strom- und Wasseranschluss erhält, sind eine Mauer an der Rückseite und ein Satteldach vorgesehen. Der Nussbaum muss im Herbst entfernt werden, dafür gibt es aber eine Ersatzpflanzung mit einem tiefwurzelnden Baum – „denn ein Flachwurzler hebt das Pflaster an“, wie ein Bürger kommentierte. Keinen Gefallen fand die Alternative für die kleine Halle in Nord-Süd-Richtung. Für die Bepflasterung der Wege und im Freisitz gab es zwei Möglichkeiten. Die Mehrheit stimmte für die strukturiertere Variante, „die auch dem alten Muschelkalkpflaster ähnelt“, wie die Architektin sagte.

In den Grünstreifen an der Westseite werden Büsche und drei Säuleneichen eingepflanzt. Albert Müller, der zusammen mit Stefan Vicedom im Arbeitskreis Dorferneuerung tätig ist, regte eine vierte Eiche anstelle eines Haselnussbusches an.

Für den Kinderspielplatz sind eine Nestschaukel und eine Gerätekombination vorgesehen, neben der Treppe wird eine Sitzgruppe mit Tisch und Bänken installiert. Entlang der Hauptstraße wird der von Linden geprägte Grünstreifen eine Sitzgelegenheit bekommen und die Zufahrten werden neu gepflastert, kündigte die Planerin an.

Zum Brunnen sagte sie, dass dessen Untergrund verschlammt sei und er gereinigt werden müsse, „damit wieder Wasser fließen kann“. Der untere Teil der Pumpe ist noch verwendungsfähig, für den oberen Teil wird sich Bürgermeisterin Gerlinde Stier auf die Suche nach Ersatz machen. Die Kosten für die Vorhaben belaufen sich auf rund 125 000 Euro, erläuterte Stier, mit etwa 62 000 Euro Zuschuss könne dabei gerechnet werden. Die Arbeiten sollen bis Ende 2018 fertig sein.

Ärger: Lkw fahren in den Acker

Ansonsten machte sie mit Vorhaben des Marktes Kleinlangheim mit den Ortsteilen Atzhausen und Haidt/Stephansberg vertraut (wir berichteten im Zuge der Kleinlangheimer Bürgerversammlung) und gab bekannt, dass in Haidt der Gehsteig nach der Breitbandversorgung asphaltiert werde, was die Gemeinde etwa 22 000 Euro kosten wird. Die Bürgermeisterin bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der Bürger, „denn es ist gut für eine Gemeinde, wenn alle an einem Strang ziehen“.

In der Diskussionsrunde am Ende der Bürgerversammlung gab es noch einmal großen Unmut über Lkw, die einen Betrieb anfahren, dabei Rabatten neben der Straße oder den benachbarten Acker befahren und die Straße zuparken. Es wurde vorgeschlagen, Steinquader aufzustellen, um das Parken der Lkw zu verhindern. Die Bürgermeisterin sagte zu, dass die vorgebrachten Beschwerden in der nächsten Ratssitzung behandelt werden.