Eine der Sendeanlagen, die den Antennenwald auf dem AWO-Hochhaus in der Siedlung ersetzen sollen, steht inzwischen – nicht weit entfernt – auf der Königsberger Straße 89. Dies hält der Arbeitskreis „Mobilfunk in der Siedlung“ in einem offenen Brief für einen „Schildbürgerstreich“, vor allem mit Blick auf die jahrelange bekämpfte Massierung der Sendeanlagen auf dem AWO-Gebäude.

Gegner sprechen von hoher Belastung

In dem von sieben Anliegern unterzeichneten Brief fragt der Arbeitskreis vor allem danach, ob die Genehmigung für die Anlage der Telekom rechtens zustande kam und ob die Stadt bei der Standortfrage ausreichend von ihren Mitwirkungsmöglichkeiten Gebrauch machte. In diesem Zusammenhang erinnern die Unterzeichner daran, dass die Siedlung seit Jahren einer – aus ihrer Sicht – „enorm hohen Strahlenbelastung ausgesetzt“ sei.

Nicht der Stadtrat entscheidet

Der neue Sender war vor einem Jahr im Gespräch, als die Stadt Kitzingen ihre Mobilfunk-Politik komplett umstellte – von Konfrontation auf Dialog. Seither ist nicht der Stadtrat – wie es in dem offenen Brief heißt – Entscheider in Fragen des Mobilfunks, sondern der Verwaltungs- und Bauausschuss.

Empfehlungen vom Arbeitskreis

Neu ausgerichtet hat sich auch der Arbeitskreis Mobilfunk, der die bis dahin häufig heftig umstrittenen Standortfragen sachlich beantwortet und Empfehlungen gibt – und dabei besonders den Schutz vor möglichen Strahlenbelastungen im Auge hat, wie Vorsitzender und Bürgermeister Stefan Güntner betont: „Wir sehen uns nicht als Verhinderungsarbeitskreis.“.

Messung fehlt noch

Der Kreis habe den Standort auf der Königsberger Straße 89 für grundsätzlich gut befunden, sich allerdings für eine Messung der elektromagnetischen Felder in dem Bereich ausgesprochen. Dies sei bislang nicht passiert, da der Mobilfunkpakt nicht verlängert worden sei und damit die Stadt auf allen Kosten sitzen geblieben wäre, so Güntner.

Güntner erinnert an Prozesspleite

Ein Nein zum Standort, wie ihn die Kritiker wünschen, hält der Bürgermeister für realitätsfern. Die Stadt habe mit einer vergleichbaren Sendeanlage in der Böhmerwaldstraße vor dem Verwaltungsgericht Würzburg eine Prozessschlappe einstecken müssen. Und nach diesem Urteil wäre auch der neue Sender der Telekom zu genehmigen.

Die gleiche Auffassung vertritt auch Christian Pohl, im Bauamt zuständig für den Mobilfunk. Sender bis zehn Meter Masthöhe – wie der in der Königsberger Straße – seien verfahrensfrei. Die Stadt müsse hier lediglich eine Ausnahmegenehmigung erteilen, wie in dem Urteil im Verwaltungsgericht bestätigt.

Mehrere Sender auf einem Mast?

Beim Thema Mobilfunk in der Siedlung hätte Bürgermeister Güntner einen Wunsch: mehrere Sender auf dem einen Mast in der Königsberger Straße. Damit sei eine „optimale Versorgung bei möglichst wenig Strahlenbelastung möglich“. Dem stehe aber möglicherweise ein Gerichtsurteil im Weg, das sogenannte Antennenwälder verbiete.