Der neu zu bauende Kindergarten stand im Mittelpunkt der Ratssitzung in Geiselwind. Dazu begrüßte Bürgermeister Ernst Nickel auch zwei Vertreter vom Kreisverband Kitzingen des Bayerischen Roten Kreuzes, das die Trägerschaft der Einrichtung übernehmen wird. Den Beschluss dazu fasste das Gremium nun auch offiziell, im späteren Verlauf der Sitzung stellten Kreisgeschäftsführer Felix Wallström und die für den Bereich zuständige Annett Kießlich das Konzept vor.

Zu Beginn wurde kurz debattiert, als eine Zuhörerin bat, die Gemeinde möge den geplanten Standort für den Neubau noch einmal überdenken. Sie, wie auch andere, hielten den Platz zwischen der bestehenden Einrichtung und der Schule nicht für optimal. Die Fläche des dortigen Parkplatzes würde verkleinert, was die Situation dort verschlechtere.

Standort des Kindergartens wurde erneut diskutiert

Bürgermeister Nickel und Verwaltungsleiter Wilfried Hack hielten entgegen, dass die Gemeinde im Vorfeld verschiedene mögliche Flächen als Standort geprüft habe. Die Gemeinde habe derzeit kein dazu geeignetes Grundstück in ihrem Besitz, der ausgewählte Platz sei der beste Standort. Gemeinderätin Margot Burger hakte nach, warum der neue Kindergarten nicht auf die „grüne Wiese“ gebaut werde. Dem hielt Verwaltungsleiter Hack entgegen, dass man dazu erst einmal ein geeignetes Grundstück zur Verfügung haben müsse. Bis das Ganze genehmigt sei, zögen ein bis eineinhalb Jahre ins Land. Diese Zeit habe man nicht, die Fakten hätten klar gegen einen neuen Standort gesprochen.

Der Bau eines neuen, zweiten Kindergartens ist aufgrund des Bedarfs notwendig und wurde bereits beschlossen. Drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sollen im neuen Haus Platz haben. Kosten von rund 2,5 Millionen Euro wurden geschätzt, im September 2022 soll die Einrichtung in Betrieb gehen.

Kinder melden sich über Bildschirm im Kindergarten an

In der Sitzung stellten die Vertreter des Roten Kreuzes ihr Konzept vor. Dieses ist an das Kinderhaus in der ehemaligen US-Kaserne Richtung Repperndorf angelehnt. Seit 2017 hat das Rote Kreuz dort die Trägerschaft, so Geschäftsführer Wallström, derzeit besuchen 103 Kinder den Hort. Diese werden dort von der BRK-Küche auch voll verpflegt.

Das offene Konzept basiere auf neueste Gesichtspunkten, man sehe sich als neutralen, konfessionsloser Partner. Die Kommunikation mit den Eltern erfolge über eine spezielle Handy-App, das sei schnell und günstig, und auch von den Eltern gewollt. Die Buchungen erfolgen über ein ähnliches System.

Im Kindergarten selbst melden sich die Kinder über einen Bildschirm an, sie können später vieles selbst auswählen, wie sie ihren Tag gestalten möchten, erläuterte es Annett Kießlich. Der Punkt Essen sei verpflichtend mit zu buchen. Die Kosten für den Kindergarten, wie auch für die Verpflegung, lägen im üblichen Rahmen.

Bei der Planung zum anstehenden Neubau würde sich der Träger gerne mit einbringen, so Wallström. Das sagte die Gemeinde auch zu. Als nächstes wird die Gemeinde die entsprechenden Verträge vorbereiten und dem Gemeinderat zur Genehmigung vorlegen. Dann erfolgen die weiteren Schritte.