Die Gemeinde Castell hat einen neuen Flächennutzungsplan erstellen lassen. Die Unterlagen, die das gesamte Gemeindegebiet im aktuellen Zustand zeigen, wurden nun in der Sitzung des Gemeinderates erstmals vorgestellt. Der Plan zeigt auch, wo in Zukunft Flächen für Bau- und Gewerbegebiete entstehen sollen. "Wir haben das neu überarbeitet und versucht, keinen Gemeindeteil außen vor zu lassen", sagte Bürgermeister Christian Hähnlein.

Das weitreichende Projekt hatte bereits sein Vorgänger Jochen Kramer in die Wege geleitet, nachdem die bisherigen Pläne aus dem Jahr 1985 nur in einer etwa zweieinhalb Quadratmeter großen, auf Leinen gedruckten Version zur Verfügung standen. Nun wurde der in Maßstab 1:5000 gezeichnete Flächennutzungsplan auch digitalisiert, wie Planerin Susanne Siebenlist vom Büro Land + plan aus Wartmannsroth erklärte.

Sie stellte den anwesenden Zuhörern im Gemeindehaus einzelne Bereiche und Schwerpunkte vor und erklärte Änderungen, die im Gemeinderat zuvor besprochen wurden. Beim Thema Wohngebiete wird es in Castell künftig in Richtung Westen, in Verlängerung der derzeitigen Fläche "Schupfäcker" weiter gehen. Dort hat die Gemeinde eine insgesamt 13 Hektar große Fläche vorgesehen, auf der auf längere Sicht mindestens 60 Bauplätze entstehen könnten, wie die Planerin schätzte. Neues Bauland hält Bürgermeister Hähnlein nicht nur in Castell für notwendig, seit seinem Amtsbeginn im Mai habe er rund 20 Anfragen nach Plätzen bekommen.

Baugebiet nördlich des Dorfes vorstellbar

Im Ortsteil Greuth sieht der Flächennutzungsplan zunächst das dort angedachte Gewerbegebiet vor, das in Richtung Rüdenhausen erschlossen werden soll. Wegen der günstigen Lage mit guter Anbindung verspricht sich die Gemeinde davon einiges. Im Zusammenhang damit wäre, so die Ingenieurin, auch ein Baugebiet etwa nördlich des Dorfes vorstellbar, das rund 3,7 Hektar umfasst. Auch für Wüstenfelden hat die Gemeinde mögliche Bauflächen in Verlängerung der bisherigen Bebauung nach Osten vorgesehen.

Manch weitere Punkte wurden angesprochen, Planerin Siebenlist beantwortete Fragen und nahm Anregungen auf. Als nächster Schritt für den Flächennutzungsplan erfolgt nun die erste Beteiligung der Bürger, sowie die der Träger öffentlicher Belange. Die Gemeinderäte stimmten dem detailliert und mehrfach vorberatenen Entwurf einstimmig zu. Bis wann der neue Plan dann endgültig genehmigt wird und in Kraft tritt, lässt sich noch nicht exakt abschätzen.