„Sie werden nicht geboren, Sie leben und Sie sterben nicht ohne die Dienstleistungen des Amtsgerichts“, betonte der neue Direktor des Amtsgerichts Kitzingen Dr. Walter Konrad zu Beginn seiner Rede im Landratsamt. Konrad trat am ersten Juni die Nachfolge von Paul Spengler an, der bei der offiziellen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet wurde.

„Als Justizbehörde für positive Schlagzeilen zu sorgen, ist nur schwer möglich“, sagte der Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg Clemens Lückemann. Daher sah er den größten Verdienst Spenglers in seiner aktiven und guten Öffentlichkeitsarbeit. Paul Spengler habe es geschafft, Richterpersönlichkeit, Manager und Kommunikator in einem zu sein.

Vor neun Jahren kam Spengler nach Kitzingen, zuvor war der gebürtige Würzburger unter anderem in seiner Heimatstadt und in Aschaffenburg als Richter und Staatsanwalt tätig. Auf seine Zeit als Amtsdirektor in Kitzingen blickte der 65-Jährige bei der Feierstunde kritisch zurück.

Viele Ziele, die er sich 2004 gesetzt hatte, habe er nicht erreich. So habe er beispielsweise das gute Betriebsklima aus der Zeit seines Vorgängers nicht erhalten können. Umstrukturierungen und Personalkürzungen hätten seine Amtszeit geprägt. „Mit Anordnungen wie Einlasskontrollen verlieren wir Bürgernähe“, sagte Spengler. Allerdings verstehe er auch, dass diese Maßnahmen mittlerweile notwendig seien.

Insgesamt sei ihm das Amtsgericht und die Stadt Kitzingen allerdings sehr ans Herz gewachsen, betonte Spengler. Dr. Walter Konrad hält er für die richtige Wahl für den Posten des Amtsgerichtsdirektors. Aufgrund seiner fachlichen und menschlichen Kompetenz bezeichnete Spengler ihn als seinen „Wunschnachfolger“.

Der neue Amtsgerichtsdirektor selbst lobte in seiner Antrittsrede die in der Region vorherrschende „freundliche und lebensfrohe“ Art. Der 61-Jährige Konrad ist in Kitzingen kein Unbekannter, da er bereits drei Jahre lang am Amtsgericht als Richter arbeitete. Zuvor hatte der gebürtige Lichtenfelser unter anderem in den Landgerichten Würzburg und Chemnitz gearbeitet.

„Ich freue mich auf die neuen Aufgabe“, betonte Konrad und fügte hinzu, dass er „rundum liebenswert“ aufgenommen worden sei.