Nach dem Nein des Stadtrats zu einer Mehrzweckhalle und einem Bürgerpark auf dem Deuster-Areal Anfang Februar 2015 ist das Thema Wohnen auf dem Gelände an der Nordtangente wieder ein Thema – wieder einmal.

Der Verwaltungs- und Bauausschuss des Kitzinger Stadtrats hat in der Sitzung dem Antrag der Bayernpartei zugestimmt. Deren Vertreter im Rat, Uwe Hartmann, hatte beantragt, den Bebauungsplan für das der Stadt gehörende Gelände auf seine Planungsziele hin zu überprüfen. Das ist derzeit ein Mischgebiet, in dem Wohnen und „nicht störendes Gewerbe“ möglich ist. Das Ergebnis der Prüfung und ein Vorschlag zum weiteren Vorgehen soll bis zum Ende des dritten Quartals vorgelegt werden.

Eine „sinnvolle Geschichte“ nannte nicht nur Oberbürgermeister Siegfried Müller den vorgeschlagenen Weg, an dessen Ende eine Wohnbebauung auf dem Gelände stehen könnte. Neun Ausschussmitglieder folgten dem Vorschlag, vier – Freie Wähler, KIK und Ödp – waren dagegen, weil sie nach wie vor den Erhalt der Grünfläche und einen Bürgerpark an der Stelle in unmittelbarer Innenstadtnähe für den richtigen Weg halten.

Der Rest kann sich auch vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden Bauplätze im Eigentum der Stadt – nur noch acht sind in der gesamten Stadt vorhanden – die Entwicklung einer Wohnbebauung auf dem Grundstück mit Blick auf Main und Schwanberg vorstellen.

„Die Keller müssen erhalten bleiben.“
Siegfried Müller, Oberbürgermeister

Die Diskussion zeigte aber auch die Knackpunkte: Neben der Lärmbelastung durch die Bahnstrecke und Nordtangente sind da vor allem die Keller, die unter Teilen des Mitte der 80er Jahre für den Bau der Nordtangente von der Stadt erworbenen Geländes liegen. Die Deusterkeller stehen inzwischen zumindest teilweise unter Denkmalschutz und es gibt nach den Worten von OB Müller einen klaren Stadtratsbeschluss: „Die Keller müssen erhalten bleiben.“

Wie das Thema Wohnen und Erhalt der Keller unter einen Hut gebracht werden könne, dafür soll die Verwaltung jetzt Vorschläge machen – bis spätestens Ende September. Die Nutzung des Deuster-Geländes wird in Kitzingen inzwischen seit fast drei Jahrzehnten diskutiert. Dabei waren Pläne für Wohnhäuser ebenso ein Thema, wie ein Hotel, Fachmärkte, Seniorenwohnungen, Biergarten oder Mehrzweckhalle. Bereits 1998 wurden Pläne für die Bebauung vom damaligen City-Manager Wolfgang Conrad vorgelegt (siehe Skizze).

Bisher ist keiner der Pläne umgesetzt worden. Das rund 1,5 Hektar große Grundstück verwildert weiter.