Beim Thema Kindergarten ist der Markt Wiesentheid gefordert, weil laut Berechnung der Fachbehörden zu wenig Plätze vorhanden sind. In der Sitzung des Gemeinderates wurde nun nach eingehender Debatte beschlossen, dass ein Neubau eines weiteren Krippenhauses mit zwei Gruppen entstehen soll. Das Gebäude wird direkt neben der erst im Februar 2019 eröffneten Krippe im Seeflur entstehen. Die Kosten dafür betragen rund zwei Millionen Euro, die Hälfte davon soll über Zuschüsse gedeckt werden.

Bei der Abstimmung hatten fünf Gemeinderäte dafür votiert, gleich die größere Lösung mit drei Gruppen zu bauen. Das sei vorausschauender, so die Argumente. Zudem plädiere auch der Träger mit Blick auf die bestehenden weiteren Einrichtungen für diese Lösung. Laut Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) würden hierfür Kosten von 2,7 Millionen Euro anfallen, die Kommune bekäme aktuell jedoch nur eine Förderung für zwei Gruppen. Die Gemeinde müsste dann statt einer Million insgesamt 1,7 Millionen Euro aus eigener Tasche beisteuern.

Bürgermeister plädiert Neubau mit drei Gruppen

Andreas Laudenbach (Pro Wiesentheid/CSU) plädierte auch aus Kostengründen für die kleinere Lösung. Zudem habe man damit schon einen großen Vorhalt an Krippenplätzen geschaffen.  

Bürgermeister Köhler hatte den Vorschlag eines Neubaus mit drei Gruppen favorisiert. Das sei sinnvoller, um nicht vielleicht in zwei Jahren wieder dort eine Baustelle für einen Anbau zu schaffen. Lieber jetzt das Geld ausgeben, man könne nicht davon ausgehen, dass künftig höhere Zuschüsse fließen, argumentierte er.

Das Thema, ob das neue Krippenhaus mit zwei oder mit drei Gruppen gebaut werden solle, ist komplex, weil damit auch die Situation des bestehenden Kindergartens Hortus Mariae in der Kolpingstraße verknüpft zu sein scheint. Die dort untergebrachte Krippengruppe könnte als dritte Gruppe ins neue Haus ziehen.

Schaffung einer Waldkindergarten-Gruppe wird voran getrieben

Dann ließe sich der Hortus Mariae in einen so genannten naturnahen Kindergarten umwandeln. Generell sei Wiesentheids ältester Hort aus baulichen Gründen auf Dauer nicht zeitgemäß, wie Ratsmitglied Hans Müller (Bürgerblock) einwarf. Auch der Träger, der Elisabethenverein, sieht in dem Haus im momentanen Zustand "kein Zukunftspotenzial." Die Umwandlung in einen Naturkindergarten halte man für den bestmöglichen Weg, auch um dort für eine Sanierung Kosten zu sparen. Jedoch sei ein solcher nicht mit Krippe und Kindergarten zu betreiben.

Unabhängig davon wird weiterhin die angedachte Schaffung einer Waldkindergarten-Gruppe in Wiesentheid voran getrieben. Es hätten bereits einige Eltern angefragt, so Bürgermeister Köhler. Er will das Interesse daran in den nächsten Wochen konkret abfragen.