Der erste Haushalt unter seiner Führung ist für Abtswinds Bürgermeister Jürgen Schulz vom Tisch. Der Gemeinderat verabschiedete das 4,104 Millionen Euro umfassende Zahlenwerk am Montagabend einstimmig.

Der Etat fällt um 1,3 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr. Grund für den relativ hohen Ansatz sind insgesamt 1,749 Millionen Euro für umfangreiche Investitionen, welche die Gemeinde in den kommenden Monaten vorhat. Damit will der Gemeinderat Zeichen für die Zukunft der 850 Einwohner zählenden Gemeinde setzen.

Eines davon soll der Bau der Entlastungsstraße von der B 286 bei Wiesentheid in Richtung Abtswind sein, wozu für Planung, Grunderwerb und Ausbau insgesamt 502 043 Euro im Abtswinder Gemeindehaushalt veranschlagt wurden.

Ein ebenso dicker Brocken ist die Erweiterung des Baugebiets Röthlein im Süden Abtswinds, wo für die Erschließung 514 000 Euro vorgesehen sind.

Keine Schulden seit 2011

Als drittes will sich Bürgermeister Schulz an die längst fällige Sanierung des gemeindeeigenen „Haus des Gastes“ machen. Dazu wurden 170 000 Euro in den Etat eingestellt; für die Innenrenovierung des angrenzenden Rathauses kommen weitere 30 000 Euro hinzu. Zudem wird das Obere Torhaus, die Einfahrt von Osten her, saniert. Dafür sind inklusive Gehweg 75 000 Euro vorgesehen. Im Bauhof sind verschiedene Anschaffungen in Höhe von 41 250 Euro geplant.

Sorgen wegen der Ausgaben muss sich Bürgermeister Schulz nicht machen. Eine feste Säule ist wieder die Einnahme aus der Gewerbesteuer, die Kämmerin Christine Volk von der Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid mit 950 000 Euro ansetzte. Die Beteiligung an der Einkommens- und Umsatzsteuer beträgt insgesamt 394 109 Euro.

Größter Posten auf der Seite der Ausgaben ist zudem die Umlage an den Landkreis, wo Abtswind 452 696 Euro abführen muss. Die Gewerbesteuerumlage beträgt 192 794 Euro, an die Verwaltungsgemeinschaft sind 80 750 Euro zu zahlen.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt (hier sind die Investitionen festgeschrieben) beläuft sich auf 326 222 Euro.

Nach Iphofen auf Platz zwei

Für den Etat werden 1,256 Millionen Euro aus dem Ersparten entnommen. Auf der hohen Kante hat die Gemeinde zum Ende dieses Jahres nach Aussagen der Kämmerin noch 1,160 Millionen Euro, wenn alles verwirklicht wird. Die Aufnahme von Krediten ist für 2015 nicht vorgesehen.

Seit Ende des Jahres 2011 ist der Markt Abtswind schuldenfrei, die Steuerkraft beträgt 1224 Euro pro Einwohner, womit die Abtswinder hinter Iphofen auf Rang zwei aller Gemeinden im Landkreis Kitzingen liegt.