Der Bau des Reststücks der Rüdenhäuser Umgehungsstraße kommt derzeit eher langsam voran. Am Kreisel von Castell kommend ist Richtung Osten nach wenigen Metern Schluss, auch an der Brücke der Strecke Richtung Abtswind endet die Straße in der Flur.

Fertig sein soll das noch fehlende, 2,3 Kilometer lange Stück im September 2018, teilte das Staatliche Bauamt mit. Davon geht man auch in Rüdenhausen aus, wo Bürgermeister Gerhard Ackermann wegen des Termins keinen Grund zur Sorge sieht. Die Baufirmen könnten wegen des gewählten Verfahrens nicht ständig vor Ort sein, aber sobald das Höhenniveau erreicht sei, werde der eigentliche Straßenbau recht schnell gehen, meinte er.

Zehn Meter hoher Damm

Bislang wird noch Boden aufgeschüttet, um die Senke Richtung Greuth aufzufüllen. Dazu haben Naturschutz- und Umweltbehörden ein aufwendiges Verfahren gefordert, in dem – vereinfacht gesagt – der an einigen Stellen ausgehobene Grund an anderen Stellen wieder zum Auffüllen verwendet wird.

Wie das vonstatten geht, beschreibt die zuständige Behörde so: Es bewege sich an der Baustelle derzeit vor allem der Boden. „Das circa zehn Meter hohe Dammbauwerk wird schichtweise hergestellt. Dabei wird Erdmaterial zum Teil aus den vorhergehenden Bauabschnitten in Schichten von 2,50 Metern Höhe eingebaut. Jeder Abschnitt muss sich aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse zunächst setzen.“

Das sei notwendig und erfordere Zeit, weil erst die Feuchtigkeit, also das Grundwasser, aus dem Erdmaterial laufen müsse. Dazu habe der Bodengutachter je Schicht etwa sechs Wochen Liegezeit angesetzt, bis der Untergrund so getrocknet sei, dass weiter aufgeschüttet werden könne. Die Setzungen würden fortlaufend überwacht, sobald möglich, wird die nächste Lage Erdmaterial eingebaut, heißt es im Schreiben vom Amt.

Gleichzeitig werden Erdarbeiten und Bauwerke für die Überbrückung des Goldbachs vorangetrieben. Das Errichten dazu nötiger Stelztunnel soll sich bis nächstes Jahr hin ziehen. Erst wenn dies alles geschehen sei, könne die Straße errichtet werden.

Das gesamte Projekt Umgehungsstraße reicht in Rüdenhausen weit zurück. Erste Pläne dazu lagen bereits in den sechziger Jahren vor, 1979 wurde das Thema wieder aufgegriffen.

Baustelle seit fünf Jahren

Nach jahrelangem Kampf erfolgte der Start mit dem Spatenstich im Juli 2012. Damals wurde als Termin für die Fertigstellung 2015 angekündigt. Die Kosten des Ganzen erhöhten sich um einiges, statt der einst berechneten fünf Millionen Euro wurden im vergangenen August rund acht Millionen Euro genannt. In 15 Monaten soll das Projekt komplett fertig sein.

Unter die Räder gekommen sind schon einige Teile der Umgehung: zuerst Ende 2014 der Abschnitt nach Wiesenbronn ab dem Kreisverkehr an der Straße nach Castell, Mitte 2015 die Verlängerung der Schnellstraße B 286 von Wiesentheid bis zur Straße nach Abtswind. Dennoch hat Rüdenhausen wegen des fehlenden Teilstücks noch mächtig unter Durchgangsverkehr zu leiden.