"Sommerach ist ein Ort, den ich vom ersten Augenblick an in mein Herz geschlossen habe", sagt die 48-jährige Elisabeth Drescher, die aus dem oberösterreichischen Moosdorf stammt und die seit 22 Jahren in der Winzergemeinde wohnt. Bei den Kommunalwahlen im März wurde sie als neue Gemeindechefin für den nicht mehr kandidierenden Elmar Henke gewählt.

Vorher hatte Drescher sich in mehreren Ehrenämtern der Gemeinde bewährt und "viele Personen", die ihr nahe stehen, bewegten sie zu den Schritt einer Bürgermeisterkandidatur, erzählt sie.

Heute hat Drescher erste Erfahrungen gesammelt und zeigt sich in einer kleinen Zwischenbilanz begeistert von positiven Gesprächen mit Ortsbewohnern und Touristen, aber nicht zuletzt auch mit den Bürgermeister-Kollegen. "Ein jeder Tag birgt Überraschungen", betont Drescher mit Blick auf ihre bisherige Amtszeit, in der sie bereits mit den vielfältigen Aufgaben einer Gemeindechefin konfrontiert wurde. Und nicht immer gab es bei Problemen Spontanlösungen.

Hoffen auf finanzielle Hilfe vom Staat

Für eine besondere Herausforderung, so Drescher, sorgt bislang der Umgang mit der Corona-Pandemie. Auch in der Gemeinde Sommerach werde es "Corona-bedingte" Gewerbesteuer-Ausfälle geben, aber "man hofft auf Unterstützung durch den Freistaat", erklärt die Bürgermeisterin.

In den kommenden Wochen und Monaten gilt es für die 48-jährige, mit ihren Ratskollegen die Arbeit ihres Vorgängers Elmar Henke fortzusetzen. Dabei sagt sie: "Das Miteinander liegt mir am Herzen." Auf der Prioritätenliste oben steht die Erweiterung der Kindertagesstätte. "Es geht sehr gut voran", betont Drescher über den aktuellen Stand der millionenschweren Baumaßnahme, die allerdings mit einer Nutzungsänderung des Pfarrhauses als Interimslösung während der Umbauphase verbunden ist. Lobend erwähnt sie in diesem Zusammenhang die spontane Bereitschaft der Pfarrei Sommerach, die Hort- und Vorschulkinder während des Umbaus im Pfarrhaus unterzubringen zu lassen. Bis Ende des Jahres hofft man, dass die neuen Räume ihrer Bestimmung übergeben werden können.

60 neue Parkplätze am Ortsrand

Als eine Aufwertung für die Gemeinde sieht Drescher die Schaffung von 60 Parkplätzen am westlichen Ortseingang nahe des Schwarzacher Tores. Der Touristenzustrom in Sommerach wird immer größer und Parkraum immer begehrter. Mit den Bauarbeiten soll voraussichtlich noch im September begonnen werden.

Auch am Friedhof wird sich in absehbarer Zeit einiges ändern. Geplant ist die Umgestaltung des Friedhofseingangs im Urbanweg. Das 920 Quadratmeter große Bauprojekt mit einer Kostensumme von 255 300 Euro soll im Zuge des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), also mit staatlichen Fördergeldern, bis Ende 2020/2021 umgesetzt werden, so Drescher.

Großen Bedarf sieht die Gemeindechefin in Hinblick auf die Ausweisung eines neuen Baugebietes, das südlich der Volkacher Straße entstehen soll. "Die Nachfragen sind da", sagt die Bürgermeisterin. Weitere wichtige Themen sind für Drescher das Mehrgenerationenwohnen und die Lösung der Aufgaben, die der steigende Tourismus stellt. "Wir können uns darauf einstellen, dass das so bleibt", betont die Gemeindechefin. Für sie besonders bedeutsam ist die Digitalisierung im Rathaus: "Wir werden die neuen Techniken nutzen", kündigt die Bürgermeisterin an.

Drescher: Rathaus hat offene Türen

Mit Stolz erzählt Drescher von den Erfolgen der Winzergemeinde beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Da jubelte man nicht nur bundes-, sondern sogar europaweit über den Gewinn der Goldmedaille. Das sei zwar ein paar Jahre her, aber Sommerach habe sich weiterentwickelt. Das Wort "Stillstand" sei in der Winzergemeinde ein Fremdwort. Elisabeth Drescher weiß um die Herausforderung, die ihr die Möglichkeit gibt, mit persönlichem Engagement Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen. Und dabei ist eines für die Bürgermeisterin ganz wichtig: "Unser Rathaus hat stets offene Türen".