Mit einer Neuerung überraschte Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr seine Räte: Ab sofort, sprich seit der Ratssitzung am Donnerstagabend, unterrichtet er sie unter dem Punkt "Verschiedenes" über den Stand von aktuellen Projekten.

Grund sei, dass er immer wieder in den Sitzungen zu verschiedenen Projekten gefragt wurde, aber immer wieder seine Antwort vertagen und sich selbst auf den aktuellsten Stand bringen musste. Den Beginn des inoffiziellen Punktes betraf den Wiederaufbau des vom Sturm zerstörten Kirchturmdaches in Stadelschwarzach, bei dem die Stadt der Baulastträger ist. Die Arbeit sei ein "echter Kraftakt", sagte er, und sie verzögere sich, weil die Sternbalken aus Eichenholz momentan Mangelware seien und erst in etwa sechs Wochen geliefert werden können. "Solange ruhen die Arbeiten", sagte der Bürgermeister weiter. Und die Wartezeit könne auch nicht durch einen neuen Anstrich des Turmes überbrückt werden, fügte Schlehr hinzu. "Dazu müsste das Gerüst, das jetzt für den Aufbau des Daches steht, umgebaut werden, und das kostet einen fünfstelligen Euro-Betrag."

Bürgermeister verlässt sich lieber auf Architekt

Dass die Stadt überhaupt Baulastträger einer Kirche sein solle, bezweifelte Ratsmitglied Harald Rückert. Das hätte er gern schriftlich vom Bürgermeister gesehen, sagte er. Genau das habe er bereits in der vorigen Legislaturperiode gemacht, antwortete Schlehr. Auch Preisangaben anderer Ratsmitglieder, die den Umbau eines Gerüstes mit etwa 2000 Euro bezifferten, erteilte Schlehr eine Absage. Der Architekt sei ein Fachmann im Bereich Kirchensanierung, "und da verlasse ich mich lieber auf ihn". Außerdem sei ein Gerüst "nicht von heute auf morgen" umbaubar, und gleichzeitig den Turm aufbauen und die Fassade streichen sei arbeitstechnisch nicht machbar.

Zudem sei für den Anstrich eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis nötig, die nicht innerhalb von sechs Wochen komme. Auch seien die Kosten inklusive neuem Putz mit 100 000 Euro sehr hoch, von der Denkmalpflege gebe es höchstens 10 000 Euro Zuschuss, "das können wir momentan nicht stemmen".

Radweg nach Laub soll noch dieses Jahr fertig werden

Eine weitere Bekanntgabe betraf die viel diskutierten Radwege. Etwa 30 Meter lang ist eine Lücke zwischen dem Gewerbegebiet Ost und der katholischen Kirche nordöstlich der Stadt. Dort muss der Bürgermeister noch eine Ausbauvereinbarung mit dem staatlichen Bauamt treffen.

Schwieriger gestaltet sich der Bau des Radweges zwischen Prichsenstadt und Laub. Die öffentliche Ausschreibung für den Bau sei seitens des staatlichen Bauamtes auf Juni verschoben worden. Wie Schlehr weiter mitteilte, wolle das Amt seinerseits von dem Förderprogramm Stadt-Land der Bundesregierung profitieren und habe einen entsprechenden Förderantrag gestellt. "Inwieweit der Bund den Freistaat Bayern fördert, ist noch nicht geklärt", so Schlehr. Der Radweg werde dennoch laut Aussage des Bauamtes in diesem Jahr fertig werden.