Das Unwetter am 4. Juni sorgte nicht nur für Wasser in einigen Kleinlangheimer Kellern, sondern auch für ein Nachspiel in der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend im VfL-Sportheim. Bürgermeisterin Gerlinde Stier gab bekannt, dass Ratsmitglieder von einer Bürgerin ebenso Post zu diesem Starkregenereignis bekamen wie auch das Bauamt. Stiers Frage an das Ratsgremium, ob im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Starkregens ein weiteres Mal über das geplante Baugebiet "Am Graben" diskutiert werden sollte, wurde mit einem einhelligen "Nein" beantwortet.

Zu den vorgelegten Bildern äußerte die Bürgermeisterin, dass diese alle aus dem Baustellenbereich am Schleifweg stammen "und die Aussagen dazu stimmen zum Teil nicht". Das geplante Baugebiet hätte im Gegenteil den Vorteil, dass dann das Niederschlagswasser abgeleitet werde "und bringt deutliche Verbesserungen für die Bereiche um das Baugebiet herum, ich sehe keine Notwendigkeit, noch einmal über das Thema zu reden." Zum Unwetter Anfang Juni, das in kürzester Zeit etwa 45 Liter pro Quadratmeter in Kleinlangheim brachte, meinte sie, dass auch ein großer Kanal solche Regenmengen nicht auffangen könne.

Die Ratsmitglieder erfuhren zudem, dass es weitere Schreiben an den bayerischen Landtag zum geplanten Baugebiet gegeben habe. "Es ist traurig, wenn mit aller Macht versucht wird, das Baugebiet zu verhindern". so Stier. Alle derartigen Aktivitäten hätten das Ziel, das Baugebiet "Am Geisberg" zu reaktivieren. Was aber nach Aussage der Bürgermeisterin nicht möglich sei, da die Anforderungen vor allem wegen der Nähe der Autobahn inzwischen viel höher seien. Die Bürgermeisterin betonte ein weiteres Mal, dass das geplante Baugebiet "Am Graben" vor allem für Kleinlangheim angelegt werde "und wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen."

Prichsenstadt Classics können in der Kirchenburg stoppen

Die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Mobilheims in der Nähe des Kleinlangheimer Wegs in Atzhausen sorgte für Diskussionen, da der Anschluss an Kanal und Wasser über ein anderes Grundstück erfolgen könnte, was noch durch die VG-Bauabteilung geklärt werden soll. Der Kanalanschluss muss auf eigene Kosten installiert werden, wurde bei diesem Punkt deutlich. Da für Fragen des Wasserrechts und des Naturschutzes das Landratsamt zuständig ist, muss das Amt die Genehmigung erteilen. Der Rat stimmte geschlossen der Voranfrage unter der Bedingung zu, dass die Gemeinde nicht für den Kanal- und Wasseranschluss zuständig ist.

Die Stadt Prichsenstadt fragte wegen der traditionellen Oldtimerveranstaltung "Prichsenstadt Classics" an, die diesmal als Ausfahrt in Dorfschätzegemeinden stattfinden soll, bei der Picknickkörbe für die Verpflegung unterwegs sorgen sollen. Der Rat hatte nichts gegen einen Stopp in der Kleinlangheimer Kirchenburg, der nach Vorschlag der Bürgermeisterin mit einer Führung verbunden werden könnte, "das wäre auch Werbung für die Burg und unseren Ort."

Erfreut zeigte sie sich über die Spenden aus der Sparkassenstiftung mit 1000 Euro für ein neues Klavier für den Gesangverein und jeweils 750 Euro für Spielgeräte in Kleinlangheim und Atzhausen, sowie 250 Euro für den VfL. Peter Düring regte eine Seilbahn für den Atzhäuser Spielplatz an, die rund 5500 Euro kosten würde, wozu es neben der Sparkassenspende einen Zuschuss von 3000 Euro von der Feuerwehr gebe, "den Rest müsste die Gemeinde beisteuern". Die Bürgermeisterin will erst abklären, ob die Seilbahn überhaupt möglich sei, "grundsätzlich sind wir nicht abgeneigt".

Sing-und Musikschule Wiesentheid startet endlich wieder 

Zu den Spenden für das Soldatengrab im Kleinlangheimer Friedhof teilte sie mit, dass Otto Dippel (Jahrgang 1925), der im April in Wiesbaden beerdigt wurde, in den letzten Kriegstagen in Kleinlangheim in Gefangenschaft geriet und der immer wieder für das Soldatengrab spendete "und so kamen bisher 3000 Euro zusammen und seine Angehörigen freuen sich sehr, dass das Grab gepflegt wird".

Bekannt gegeben wurde, dass die N-Ergie-Kinotour am 1. September in Kleinlangheim Station macht, dass im Zusammenhang mit der Bundestagswahl auch eine Jugendbriefwahl stattfinden wird und dass die Umlage für die Sing-und Musikschule Wiesentheid von 300 auf 350 Euro angehoben wird. Maria Wallrapp sprach vielen aus der Seele, als sie sich darüber freute, dass die Aktivitäten dieser Schule wieder beginnen. Überhaupt nicht erfreut war Bürgermeisterin Gerlinde Stier über die Ablagerung von Bauschutt in der Gemarkung "Dammholz" im Grenzbereich zu Wiesenbronn. Angerufen hatte eine Bürgerin aus Wiesenbronn, wie zu hören war.