Jetzt im Winter ist im Wald viel los, denn Vollernter, Gemeindearbeiter oder Selbstwerber sind draußen, um Holz einzuschlagen. In der Willanzheimer Ratssitzung am Montag ging Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert auf den Forstbetriebsplan 2016 ein. Dabei wurde offenbar, dass die Gemeinde ihrem durch die Forstbetriebsgemeinschaft Kitzingen festgelegten Hiebsatz von 600 Festmetern (FM) im Jahr deutlich hinterherhinkt.

Waren in den vergangenen Monaten Jahr nur 263 FM eingeschlagen worden, sind 420 FM vorgesehen für 2016, was bedeutet: Die Willanzheimer werden in 2015 und 2016 zusammen gerade so viel aus dem Wald entnehmen, wie es in einem Jahr sein sollte. „Deswegen müssen wir uns fürs kommende Jahr überlegen, wo wir durchforsten können“, meinte die Bürgermeisterin. Sie erläuterte, was an Zaunbau und Pflege von Naturverjüngungen vorgesehen ist. Ingrid Reifenscheid-Eckert teilte mit, dass der Antrag auf die Stockhieb-Prämie im Vertragsnaturschutzprogramm in Höhe von 6450 Euro bewilligt wurde. Wenn der Stockhieb im Güterwald erledigt und amtlich anerkannt ist, kann die Auszahlung an die Güterwald-Eigentümer im kommenden Jahr erfolgen.

Der Gemeinderat behandelte noch folgende Themen:

• In der Willanzheimer Kläranlage wurde eine technische Verbesserung der Klärbeckenbelüftung durchgeführt. Gab es bislang nur Oberflächenbelüfter, wurde jetzt ein neues Plattenbelüftersystem installiert, das es ermöglicht, im Becken und punktuell zu belüften und damit den Wirkungsgrad der Anlage zu erhöhen. Wie Experten vermutet hatten, musste dabei auch so genannter „stabilisierter Klärschlamm“ – so wird am Beckenboden verhärteter Sand genannt – entfernt werden.

• Wie die Bürgermeisterin in der Regierung von Unterfranken erfuhr, soll es wahrscheinlich ab dem Schuljahr 2017/18 flächendeckend Offene Ganztagsklassen geben. Aus diesem Grund legte die Regierung der Gemeinde nahe, noch vor dem Beginn der Erweiterung und Sanierung des Willanzheimer Schulhauses eine Bedarfsabfrage für Nachmittagsbetreuung zu machen. Denn der Bedarf für Nachmittagsbetreuung habe möglicherweise Einfluss auf die Größe und Anzahl der Schulräume.

• Die Gemeinde ergriff jetzt die Initiative gegen von Hunden hinterlassene „Tretminen“ in den drei Ortsteilen. In Willanzheim, Hüttenheim und Markt Herrnsheim werden jetzt Hundetoiletten angeschafft. Jeder Hundebesitzer bekommt als „Wink mit dem Zaunpfahl“, so die Bürgermeisterin, einen Brief mit Hundetüten von der Gemeinde, um auf die Hundetoiletten hinzuweisen. Für die Friedhöfe bestellte die Gemeinde neue Abfalleimer und größere Behälter für Friedhofsabfall.

• Der Landkreis Kitzingen will die Kreisstraße 16 von Willanzheim nach Iphofen ausbauen, wobei es aber Knackpunkte gibt. Es gab auch schon eine Anliegerversammlung, weil die Straße von 5,50 auf sechs Meter verbreitert werden soll und der Landkreis dafür auf Grunderwerb angewiesen ist. Der Landkreis hat klar gemacht, dass er den Ausbau erst anpacken wird, wenn alle Anlieger einverstanden sind. Da auf vorkommende Zauneidechsen Rücksicht genommen werden muss, muss der Ausbau in mindestens zwei Bauabschnitten erfolgen und wird sich voraussichtlich auf die Jahre 2016 und 2017 erstrecken.