Es war im Jahre 1953, als in Rüdenhausen die Familie Teuber lebte. Der kleine Sohn Ludwig war gerade erst fünf Jahre alt, als er durch einen spektakulären Kriminalfall seine Mutter verlor. Ein zwölfjähriger Hausbewohner schüttete Gift in die Milch. Frau Teuber trank und starb. Der Kriminalfall sollte in die Geschichte als erster nachweislicher Mord mit dem hochgiftigem Düngemittel E 605 eingehen. Als 14-jähriger machte Ludwig in Würzburg eine Ausbildung als Dekorateur, danach verloren ihn die Freunde und Bekannten aus den Augen. Jetzt ist der Kontakt wieder hergestellt - Facebook sein Dank.

Kürzlich wurde auch in Rüdenhausen das Fest der Goldenen Konfirmation gefeiert. Und natürlich unterhielten sich die Anwesenden über ehemalige Schulkameraden, von denen man lange nichts gehört hatte. So kam auch die Sprache auf Ludwig Teuber.

Niemand hatte Kontakt zu ihm. Er galt seit vielen Jahren als verschollen. Gerüchte schwirrten herum. Von Drogenabsturz in jungen Jahren war die Rede und ob er überhaupt noch am Leben sei wurde gefragt. Durch Zufall erfuhr Peter Koch von einer Altersgenossin aus Rüdenhausen, dass vor einiger Zeit eine Ansichtskarte von der Nordseeinsel Sylt gekommen war. Absender: Ludwig Teuber. Peter Koch wurde aktiv.

Er setzte alle Hebel in Bewegung und konnte letztendlich per Facebook Kontakt zu seinem früheren Schulfreund aufnehmen. Hocherfreut meldete sich Ludwig Teuber und zeigte sich glücklich über die Kontaktaufnahme. Er habe so oft an Rüdenhausen denken müssen und auch an die Schulkameraden. Nach 50 Jahren hat er allerdings niemanden mehr auf einem Foto erkannt, das seine Mitkonfirmanden zeigt. Alte und schöne Erinnerungen kamen allerdings hoch, als er das Bild mit dem Schloss im Hintergrund betrachtete. Die Geburtstagsfeiern im Schloss bei seinem Schulfreund, dem jetzigen Fürsten Johann-Friedrich zu Castell-Rüdenhausen, sind ihm jedenfalls in Erinnerung geblieben.

Durch seinen Beruf als Graphikdesigner und Kunstmaler ist Teuber viel in Deutschland herumgekommen. Seit 1984 lebt er auf Sylt und lässt sich von der Vielfalt an Motiven inspirieren. Ein wahres Paradies sei die Insel und er sei glücklich.

Im Herbst will Teuber wieder einmal "sein altes, gemütliches Rüdenhausen" besuchen. Vor lauter Vorfreude hat er gleich zwei Motive von dem Ort, in dem er seine Kindheit verbrachte, gemalt. " Das wird sicherlich ein schönes Wiedersehen", sagt er. "Dank Facebook."