Der Platz von Hans Kleinlein ist seit über 50 Jahren die Orgelbank im Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft Wasserberndorf. Zuerst am Harmonium, dann an einer elektrischen Orgel. Dafür wurde ihm am Sonntag „Kantate“ im Gottesdienst herzlich gedankt von Pfarrer Hans Gernert und im Namen des Kirchenvorstands von Birgit Gegner. Ihm zu Ehren sang ein Projektchor unter Leitung von Renate Hagen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Lehrer Hans Krauß hat Hans Kleinlein ab der 5. Klasse das Spielen auf dem Schul-Harmonium beigebracht. Nach eineinhalb Jahren bildete er sich autodidaktisch weiter, probierte Akkordbegleitungen aus und entwickelte seine Stärke im Improvisieren auf einem Harmonium, das ihm die Mutter finanzierte. Manchmal nahm ihn Hans Krauß mit in den Gottesdienst in Hohn am Berg, wo er die Lieder begleiten durfte, die er schon spielen konnte.

Als 22-Jähriger versprach er Pfarrer Rudolf Arndt, dass er nach dem Lehrer Hümmer den Organistendienst in Füttersee übernehmen werde. So geschah es. Ab 1965 spielte er für 30 Jahre die Orgel in Füttersee, bis 1997 auch in Rehweiler. In Wasserberndorf übernahm er das Amt des Organisten 1970 nach dem Wegzug von Hans Krauß. Anfangs waren in Wasserberndorf nur die Passions- und Diakonieandachten zu spielen sowie an der Kirchweih und bei Beerdigungen. Seit gut 25 Jahren kamen die monatlichen Sonntagsgottesdienste hinzu, heißt es in der Mitteilung weiter.

Den Wasserberndorfer Posaunenchor hat Hans Kleinlein von 1965 bis 2017 geleitet. Als ersten Choral übte er „Meinen Jesus lass ich nicht“. Dieses Lied in einem roten Herzen und darunter das Bibelwort „Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen“ ziert die Urkunde, die ihm überreicht wurde. Margarete Kleinlein erhielt einen Blumenstrauß als Dankeschön dafür, dass sie ihrem Mann immer den Rücken freihielt.

Wie Hans Krauß ihn einst zum gottesdienstlichen Spielen hinführte, tat es Hans Kleinlein mit Marc Eyßelein, einem Orgelschüler von Bezirkskantor Reiner Gaar. Marc Eyßelein aus Kleinbirkach wurde als Nachwuchsorganist für Wasserberndorf eingeführt. Anschließend spielte er seinen ersten Gottesdienst in Rehweiler. Er teilt sich bereits das Orgelspiel mit seinem Onkel Reinhold Eyßelein in der Autobahnkirche und spielt neuerdings auch in Wiesenbronn.