Die Chancen der Mitglieder des Motorsportclubs Albertshofen (MSC), bald wieder auf dem seit Monaten brach liegenden Gelände unter der Autobahn in Albertshofen trainieren zu können, scheinen nicht schlecht zu sein. Bei einem Ortstermin der vierten Kammer des Verwaltungsgerichts Würzburg am Dienstag zeichnete sich ab, dass die beiden wegen des befürchteten Lärms eingereichten Klagen gegen den Genehmigungsbescheid des Landratsamts vom Herbst 2013 wohl wenig Chancen haben werden.

Es gab beim „eigentlich nichtöffentlichen Augenschein“ unter der Autobahnbrücke und vor dem Altenheim Ebracher Hof in Mainstockheim zwar keine Entscheidung, dafür aber deutliche Hinweise. Nach gut eineinhalb Stunden Austausch der Argumente und mehreren Versuchen, einen Kompromiss zu finden, war – wenn auch nur zwischen den Zeilen – klar: Das Gericht räumt den Klägern, der Gemeinde Mainstockheim und den Inhabern des Seniorenheimes Ebracher Hof, kaum Chancen ein.

Hubert Strobel, Vizepräsident des Verwaltungsgerichts und Vorsitzender der vierten Kammer, sprach in Richtung Mainstockheim von einem „möglichen Schuss ins eigene Knie“. Dr. Gerhard Weinmann als Berichterstatter der Kammer deutete an: „Wenn es den Klägern nicht gelingt, die vorgelegten Lärmschutzgutachten in Zweifel zu ziehen, geht nichts.“ Weil das offenbar nicht einfach sein wird, machten beide vor allem der Gemeinde den Vorschlag, über die Rücknahme der Klage nachzudenken. Strobel sagte zu, einen Termin für eine Verhandlung im September anzusetzen: „Überlegen Sie es sich gut, ob wir das wirklich durchverhandeln müssen.“ Darüber wird Rechtsanwalt Martin Schaut als Vertreter der Kläger nachdenken. Allerdings machte Mainstockheims Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs auch klar: „Ohne den Gemeinderat geht nichts.“ Der tagt im August noch mal.

„Die vierte Kammer macht sich gerne mal ein Bild vor Ort“, hatte Strobel zu Beginn der großen Runde unter der Autobahnbrücke vor Vertretern des MSC, der Kläger, des Landratsamtes sowie der Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs (Mainstockheim) und Horst Reuther (Albertshofen) betont.

Dr. Weinmann stellte die Ausgangslage vor: Die Genehmigung des Trainingsbetriebs vom 31. Oktober 2013 und die Klagen dagegen, die vor allem mit der Lärmbelastung begründet werden. Es zeigte sich schnell, dass die aus früheren Zeiten mit unkontrolliertem Trainingsbetrieb und entsprechender Lärmbelästigung belasteten Fronten nach wie vor verhärtet sind. Der Versuch des Vorsitzenden, einen Kompromiss über einen Probebetrieb zu erreichen, scheiterte. „Hohe Investitionen in die Strecke und das ohne langfristige Perspektive für die Zukunft“, kann sich der Verein nicht leisten, sagte Vorsitzenden Kerstin Thomann. Knackpunkt scheint das Lärmschutzgutachten zu sein. Das bestätigt dem MSC, dass an fünf Messpunkten die Werte eingehalten werden. Wenn das Bestand hat, ist der MSC auf der Zielgeraden.

Vorgesehen sind übrigens folgende Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 14 bis 19 Uhr, Samstag, 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 9 bis 12 Uhr.