Scherze über Demenz gibt es zahlreich jeden Tag. Wenn es konkret wird zum Beispiel in der eigenen Familie, kommt die Angst. Anlässlich der Ökumenischen Woche für das Leben "Mittendrin – Leben mit Demenz" organisierte die ökumenische Altenheimseelsorge im Volkacher Pfarrheim zwei Gesprächsabende.

Beim ersten Abend berichtete Regionalaltenheimseelsorger Pastoralreferent Wolfgang Zecher über die Entstehung und die vielerlei Arten von Demenz mit der Überschrift "Demenz verstehen und Gemeinschaft ermöglichen".

Beim zweiten Abend kam neben der Gesprächsleiterin Pfarrerin Beate Krämer von Abtswind Sabine Fielholz von der Caritas-Sozialstation Volkach, Ute Döblinger vom Pflegestützpunkt Kitzingen sowie Elisabeth Zehnder und Barbara Schnauder vom Seniorenzentrum St. Bernhard in Ebrach gekommen.

Frau Döblinger informierte über den Pflegestützpunkt des Landkreises bzw. die Fachstelle der Caritas und Diakonie für pflegende Angehörige mit Demenz in Kitzingen. Dazu gehöre die Einholung eines medizinischen Gutachtens. Empfehlenswert sei eine Früherkennung. Davon hänge dann Behandlung und Finanzierung durch staatliche Hilfen ab. Bei den Hilfen nannte Döblinger Selbsthilfegruppen, Hospizverein, die Sozialstation mit Verbindung zur Tagespflege. Hier schilderte Frau Fielholz ihre Erfahrungen mit Betroffenen.

Wenn ambulante Hilfe an ihre Grenzen kommt, gehe es um stationäre Pflege so Pfarrerin Beate Krämer, evangelische Altenheimseelsorgerin in Volkach. Wie auch die beiden Volkacher Seniorenheime Caritas Bürgerspital und ASB Seniorenzentrum habe jede Einrichtungen eine eigene Station für Menschen mit Demenz, um eine individuelle Betreuung und Begleitung zu ermöglichen. Krämer zeigte sich auch für die Einbindung der evangelischen und katholischen Seelsorger dankbar.

Gemeinsam mit Frau Zehnder beschrieb Frau Schnauder ihren Alltag. Es sei viel Kreativität und eine einfache Sprache notwendig. Die Gegenwart zähle, die Umgebung rund herum von Natur und Wetter bis Zimmereinrichtung. Gespräche zur Vergangenheit seien oft schwierig.

Wie kann ich vorbeugen, später nicht selbst an Demenz zu erkranken? Hier gab Frau Zehnder den Tipp, viel Bewegung an der frischen Luft und viele Aktivitäten, die das Gehirn beanspruchen. So sei auch für alte Menschen wichtig, dass sie alles gut hören, sehen und schmecken können. Schon bei einem Teilverzicht zum Beispiel auf gutes Hören und die Ablehnung eines Hörgerätes könne das Gehirn nicht mehr benötigte Teile abschalten und das wiederum begünstige eine Demenzerkrankung.

Von: Josef Gerspitzer (Pastoraler Mitarbeiter für Volkach, Kitzingen und Schwarzach )