Die Zukunft der vielbefahrenen und unfallträchtigen Kreuzung der Staatsstraße am Marktstefter Gewerbegebiet Traugraben bewegt weiter die Gemüter. Kreisel oder Ampel, so heißt die Frage, die in der Stadtratssitzung am 1. Juni diskutiert wird. Im Vorfeld hat sich die Freie Wählergemeinschaft Marktsteft klar positioniert: Der Kreisverkehr sei „die einzig richtige Lösung.“

Komplett anders sieht das das Staatliche Bauamt in Würzburg: Dessen stellvertretender Leiter Michael Fuchs ließ vor gut zwei Wochen im Marktbreiter Stadtrat alle Hoffnungen auf einen Kreisverkehr platzen: Eine Ampelanlage sei mit 105 000 Euro (Kreisel 600 000 Euro) deutlich billiger, regle den Verkehr besser und in Marktsteft passe der Kreisel nicht zur Kreuzungssituation.

Die Argumentation der Straßenbauer, die bei der Staatsstraße 2271 das Sagen haben, halten die Freien Wähler für nicht schlüssig. Die Behörde versuche, „gegen den ausdrücklichen Wunsch“ der Marktstefter diesen eine Ampelanlage „auf's Auge zu drücken“, heißt es in einer Stellungnahme. Dieses Vorgehen hatte Stadtrat Günther Seitz (FW) auch dazu bewogen, im Stadtrat Mitte April eine eigene Kreiselplanung zu beantragen. Dem stimmte das Gremium damals einstimmig zu.

Mit ihrem Plädoyer für einen Kreisel sehen sich die Freien Wähler in bester europäischer Gesellschaft. In vielen Nachbarstaaten habe man die Vorteile erkannt: Der Verkehrsfluss bleibe erhalten, Rückstaus würden vermieden, das Tempo auf der Straße vermindert. Den meist höheren Kosten für den Kreisel stünden die Kosten der Ampel für Strom und Wartung gegenüber.

Leicht zu entkräften aus Sicht der Freien Wähler ist auch die Meinung des Bauamts, dass der Platz für einen Kreisel – Fuchs sprach von einem 45-Meter-Außendurchmesser – nicht reiche und ein kleinerer Kreisverkehr problematisch sei. Beispiele wie der Kreisel in Mainbernheim und am Kitzinger E-Center widerlegten das.

Zu den „Scheinargumenten“ des Bauamts zählt die Wählergemeinschaft auch die Feststellung, dass es bei Kreiseln im Außenbereich keinen Fußgängerüberweg gebe. Der sei auch gar nicht nötig, da zur Kreuzung weder ein Fuß- noch ein Radweg führe. Die einzig sichere Verbindung sei die Staatsstraßen-Unterführung hin zum Traugraben.

Seltsam in den Augen der FWG ist auch das Vorgehen der Planer. Erst werde Marktbreit – das nur „untergeordnet tangiert“ sei – informiert, obwohl Marktsteft die von der Kreuzung betroffene Kommune sei. Wenig Verständnis habe man auch für die Wahl des Termins (1. Juni) mitten in den Pfingstferien. Da sei nicht garantiert, dass jeder Stadtrat kommen könne, heißt es im Pressetext. Der zieht in einer Frage ein Fazit: „Ist die Ampellösung vielleicht längst beschlossene Sache der Politik?“

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