Welche Methoden gibt es außer chemischen Mitteln, um Unkraut wirkungsvoll zu bekämpfen? Die Arbeitsgemeinschaft der Dorfschätze, bei der neun Gemeinden aus dem Landkreis zusammen arbeiten, hatte dazu eine Vorführung anberaumt. Vertreter nahezu aller beteiligten  Kommunen schauten sich im Bauhof der Stadt Prichsenstadt an, eine Bekämpfung mit Heißwasser funktioniert. Das dazu notwendige Gerät präsentierten und erläuterten Mitarbeiter der BayWa.

Hintergrund sei dass die sonst meist verwendeten chemischen Unkraut-Vernichter wie Glyphosat, Chlor oder auch Essig verboten wurden, wie BayWa-Fachmann Jörg Bohnsack erläuterte. Dadurch suchen etwa Städte und Gemeinden nach anderen Mitteln, um dem Unkraut auf ihren öffentlichen Flächen Herr zu werden.

Die Methode mit heißem Wasser sei ziemlich effektiv, sie wurde laut Bohnsack vor mehr als 25 Jahren in Norwegen entwickelt. Es sei auch von den Kosten pro Quadratmeter behandelter Oberfläche die günstigste chemiefreie Methode. Viele Kommunen, auch hier in Unterfranken, vernichten ihr Unkraut bereits so.  Zusätzlich kann es als Hochdruck-Reiniger genutzt werden.

98 Grad Hitze

Das Gerät, das Jörg Bohnsack zusammen mit Werner Wagner vorstellte, befindet sich auf einem Anhänger. Es hat einen Wassertank, der je nach Größe zwischen 300 und 1000 Liter fasst. Vereinfacht gesagt, wird der Kessel mit einem Aggregat hoch geheizt, in wenigen Minuten erreicht das Wasser darin die nötigen 98 Grad Temperatur. So viel ist notwendig, um auch resistente Unkräuter, wie etwa den Löwenzahn an der Wurzel zu erwischen.

Die Fachleute führten das auf einer Fläche vor. Der Effekt trete nicht sofort ein, erklärte der Vertreter. „Wenn sie morgen wieder her kommen, ist es braun. Übermorgen können Sie es wegkehren“. Nach zwei bis drei Jahren sei der Effekt noch stärker bemerkbar.

Die Bauhof-Mitarbeiter der Kommunen stellten einige Fragen. Um einen Quadratmeter zu reinigen, brauche man etwa 0,5 Liter Wasser. Die drei im Gerät eingebauten Filter müssen regelmäßig gewartet werden und so weiter.

Nicht nur Abtswinds Bürgermeister Jürgen Schulz zeigte sich angetan und konnte sich eine Anschaffung für seine Gemeinde – oder gemeinsam mit einer anderen Kommune – vorstellen. „Wir flammen das Unkraut bisher mit Gas ab. Man hat ein paar Wochen Ruhe, aber es stinkt. Pro Tag wird etwa eine Gasflasche verbraucht“, berichtete er.

Außerdem erklärten die Fachleute, dass man das Gerät auch zum Reinigen, etwa von Bänken, Asphalt, und so weiter verwenden könne. Auch fest geklebte Kaugummis würden sich durch den Druck lösen.  Dazu sei kein Erhitzen des Wassers nötig.

Die Kosten für die Anschaffung des Heißwasser-Hochdruckreinigers liegen je nach Größe zwischen 8000 und 42 000 Euro, sagten die Fachleute. Für Privathaushalte sei es wohl eher unrentabel, bei Kommunen rechne es sich auf Dauer.