Erst eine Flasche Schnaps und dann der Ausraster: In einem Kitzinger Supermarkt hat ein 20-Jähriger im Sommer 2012 zugeschlagen, hat gepöbelt, randaliert, Polizisten beleidigt und angegriffen. Gut ein halbes Jahr später saß er zerknirscht vor dem Jugendrichter und hatte Glück, dass er noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist.

Das bedeutet im konkreten Fall: Keine Verurteilung wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollzugsbeamte. Das Gericht einigte sich mit dem Staatsanwalt – noch einmal – auf die Einstellung des Verfahrens. Dass er mit seinem Auftritt gewaltig daneben lag, bekommt der junge Mann dennoch zu spüren. Die Einstellung gab es nicht umsonst: 80 Stunden soziale Hilfsdienst muss er ableisten, 500 Euro zahlen und mindestens vier Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen.

In der Verhandlung wurde schnell klar, dass der junge Mann offenbar Schwierigkeiten im Umgang mit Alkohol hat. Das hat er eingesehen und will was dagegen tun. Der Alkohol war auch der Auslöser für den Auftritt in dem Supermarkt. Zusammen mit der Freundin wurde am Nachmittag eine Flasche Schnaps geleert. Dann ging es in den Supermarkt, Nachschub besorgen. Dabei allerdings wurde die Freundin vom Ladendetektiv erwischt.

Das allerdings wollte der Begleiter nicht wahr haben, warf im Laden ein Schild um, beleidigte den Detektiv und als der die Polizei holte, ging es den Beamten nicht viel besser. Beleidigungen fielen und die Polizisten konnten den Mann nur mit erheblichem Kraftaufwand fesseln und auf die Inspektion bringen, was auch nicht ganz ohne körperliche Attacken, aber immerhin weitgehend verletzungsfrei abging.

Als er wieder nüchtern war, hat er eingesehen, dass die Randale nicht der richtige Weg war. Er hat alles gestanden, will sich seinem Alkoholproblem stellen und hat sich entschuldigt. Alles Gründe, die den Jugendrichter über eine Einstellung nachdenken ließen. „Ich verwehre mich nicht“, sagte der Staatsanwalt und dann wurde der oben beschrieben Weg begangen. Jetzt muss der Mann nur noch die Auflagen erfüllen, dann ist die Sache für ihn erledigt.