Der evangelische Pfarrer Wolfgang Götschel ist tot. Der Geistliche starb am 24. November. Er wurde 75 Jahre alt. 

Geboren wurde Götschel 1946 in Vohenstrauß in der Oberpfalz. Als Kind eines Vaters im kirchlichen Dienst zog er mehrmals mit der Familie um. Die meiste Zeit der Kindheit verbrachte er in Zirndorf. Nach dem Gymnasium in Fürth studierte Götschel evangelische Theologie in Neuendettelsau und Tübingen, war Lehrvikar in Hof an der Saale. Es folgten Stationen in Velden, Alfershausen und als Militärpfarrer in Straubing. 1992 übernahm Götschel die Pfarrstelle Hüttenheim/Markt Herrnsheim, die er bis 2011 inne hatte. Sechs Jahre lang war er zudem stellvertretender Dekan im Dekanat Markt Einersheim.

Viel Lob für den Pfarrer gab es vom damaligen Bürgermeister Wilhelm Sturm, der Götschel "fest im Dorf verwurzelt" sah. Götschel war Mitinitiator des Kirchenburgweinfestes, des Kirchenburgsingens und des Kirchenburgmarktes. 

Götschel war 2011 in den Ruhestand getreten. Seine letzte Predigt stellte Götschel damals unter das Zeichen seines Abschieds. „Trauer über eine Trennung ist wichtig“, sagte der Pfarrer. Er betonte aber auch die Notwendigkeit von Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Auch wenn der Abschied nicht allen leicht falle, verbinde Jesus Christus die Menschen. Bei der Verabschiedung würdigte ihn damals Dekan Martin Ost (Markt Einersheim) als „ehrlich, treu und zuverlässig“. 

Ruhestand in Rödelsee

Im Ruhestand übersiedelte die Pfarrerfamilie nach Rödelsee, wo sich Götschel wiederum in der Gemeinschaft engagierte, unter anderen bei den Christkindleswerkstätten. Auch half er jederzeit aus, wenn es Engpässe oder Vakanzen in anderen Pfarreien gab.

Sein Freund Pfarrer Paul Häberlein, Mainbernheim, bezeichnet den Verstorbenen als "grundehrlich". "Wolfgang Götschel hat immer deutlich seine Meinung gesagt; man wusste immer, woran man bei ihm ist." Er sei ein klassischer Seelsorger gewesen, sagt Häberlein, "der die Leute gern besuchte und begleitete". Zugleich habe er seinen Beruf als Dienst und sich selbst als Diener verstanden und sich nie in den Vordergrund gespielt. 

Der Verstorbene hinterlässt neben seiner Frau auch drei Kinder und mehrere Enkel. Wolfgang Götschel wird am Mittwoch, 1. Dezember, um 10 Uhr auf dem evangelischen Friedhof in Zirndorf beigesetzt.