Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen inzwischen verstorbenen Pater im Klosterinternat Damme haben sich als zutreffend erwiesen. Im Raum standen „sexuelle Grenzverletzungen“ und „körperliche Gewalt“. „Dieser Verdacht hat sich bestätigt“, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Benediktinerabtei Münsterschwarzach (Lkr. Kitzingen).

Wie berichtet beziehen sich die Vorwürfe auf die Jahre 1966 bis 1974. Die Abtei Münsterschwarzach hatte rund 80 ehemalige Schüler des im niedersächsischen Landkreis Vechta gelegenen Internats eingeladen. 17 nahmen laut Pressemitteilung das Gesprächsangebot wahr. Das Treffen mit der 2003 von der Abtei gegründeten Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung und Prävention sexueller Gewalt habe in offener Atmosphäre stattgefunden, heißt es. Der Arbeitsgruppe gehört auch der neue Leiter des Recollectio-Hauses, Ruthard Ott, an.

Die Abtei Münsterschwarzach bedauert in ihrem Schreiben, „dass ein Mitglied ihrer Klostergemeinschaft schwerwiegende Verfehlungen an jungen Menschen begangen hat“. Abt Michael Reepen ist den Opfern für ihre Bereitschaft, „über ihre traumatischen Erfahrungen zu sprechen“ dankbar. „Es ist besonders dringlich, dass hier nun nach Jahrzehnten Wege der Aufarbeitung beschritten werden“, sagte er.

Wie diese Wege konkret aussehen, lässt die Mitteilung offen. Es sei der „ausdrückliche Wunsch“ der Opfer, dass weder deren Namen noch die damaligen Taten oder die nun zu ergreifenden Maßnahmen publik werden. Bereits Anfang des Jahres kündigten die Münsterschwarzacher Benediktiner an, das 1962 gegründete Priorat in Damme Ende 2016 zu schließen und die dort tätigen sechs Benediktiner zurückzurufen.