Obwohl die Pro-Umgehungs-Allianz (Bürgerinitiativen „Gaibach pro Umgehung“ und „pro Volkacher Umgehung“) das Bürgerbegehren gegen die Sonderbaulast zu Fall bringen will, macht sie eines deutlich: „Auch unseren Bürgerinitiativen ist es seit jeher ein besonderes Anliegen, dass durch die Umfahrung von Volkach und Gaibach möglichst keine finanzielle Belastung für Volkach entsteht.“ Allerdings sei die Sonderbaulast aus Sicht der Staatsregierung „alternativlos“.

Die beiden Initiativen hatten Anfang Juli Ministerpräsident Horst Seehofer um Hilfe zur baldigen Realisierung der Umgehung gebeten. Dabei wiesen sie unter anderem auch darauf hin, dass „aufgrund der angespannten Haushaltslage und anstehender Großprojekte“ ein Mehrheitsbeschluss des Stadtrats pro Sonderbaulast (Stadt ist Bauherr, Freistaat fördert großzügig) auch bei einer hohen Fördersumme nicht unbedingt zu erwarten sei.

Um die Hürden für die mindestens 16,5 Millionen Euro teure Umgehung beiseite zu räumen, appellierten die Initiativen an Seehofers Adresse, das Vorhaben zur „Chefsache“ zu machen und alle Beteiligten an einen runden Tisch zu bringen. Falls da kein tragfähiges Ergebnis herauskomme, „hilft aus unserer Sicht nur eine politische Lösung, die es auch andernorts schon gegeben hat“, so das Schreiben der Pro-Umgehungs-Allianz. Damit würde verhindert, dass die Mainschleife „im Verkehr versinkt“.

Die politische Lösung, also ein Bau der Umgehung voll auf Kosten des Freistaats, ist laut Antwortschreiben der Staatsregierung in naher Zukunft nicht zu erwarten. Innenstaatssekretär Gerhard Eck – er antwortete „im Namen des Herrn Ministerpräsidenten“ – schreibt Klartext: „Für einen zeitnahen Bau der Ortsumgehung gibt es keine andere Alternative.“ Deshalb sei es Sache der Stadt, das Projekt zur Entlastung von Gaibach und Volkach-Nord anzupacken.

Das könnte der Stadt aus der Hand genommen werden, wenn das von rund 1700 Unterschriften getragene Bürgerbegehren („Keine städtischen Gelder für die Realisierung der Ortsumgehung um Volkach und Gaibach“) zum Bürgerentscheid wird. Das wollen die verbündeten Bürgerinitiativen verhindern, wie Sprecher Peter Waldhäuser zuletzt im Stadtrat deutlich gemacht hatte. Das Bürgerbegehren sei rechtlich nicht haltbar. Dies werde man im Stadtrat belegen.