Die Firma EnergieKontor aus Bremen will in der Gemarkung Gerlachshausen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage (PV) errichten. Das Gelände der geplanten PV-Anlage mit einer Fläche von 55 000 Quadratmetern liegt zwischen dem Radweg nach Sommerach und der Staatstraße St 2271. Ende Juli hatte der Schwarzacher Gemeinderat bereits das Vorhaben befürwortet. In ihrer Sitzung am Dienstag mussten die Mitglieder des Marktgemeinderats über einen weiteren Antrag des Unternehmens entscheiden.

Das Unternehmen beabsichtigt, das ursprüngliche Projekt um 13 000 Quadratmeter südlich der bereits genehmigten Flächen zu vergrößern. Die PV-Anlage würde damit näher an die Wohnbebauung von Gerlachshausen heranrücken, erläuterte Bürgermeister Volker Schmitt. Nach seiner Erkenntnis bestehe Einigkeit mit den Grundstückseigentümern. Ein Bebauungsplan sei notwendig. Der Antrag wurde ausführlich diskutiert.

Peter Kuhn votierte: "Ich bin absolut dagegen." Die Erweiterungsanlage wäre von Gerlachshausen her aufgrund der bestehenden Geländesteigung einsehbar. Anette Hillenbrand betonte, sie habe bereits beim ersten Antrag mit Bauchschmerzen zugestimmt. "Weiter an den Ort heran, das geht gar nicht", so Hillenbrand. Georg Ruhsert pflichtete ihr bei: "Die Mindestabstände zu den Dörfern müssen erhalten bleiben. Da dürfen wir nicht nachgeben." Allerdings müsse man auch Kompromisse eingehen, wenn man die Energiewende wolle. Nachdem das Gemeindeoberhaupt feststellte, dass man in Schwarzach schon vieles in Sachen Photovoltaik auf den Weg gebracht habe ("Da sind wir eine Vorzeigegemeinde"), lehnte das Ratsgremium den Erweiterungsantrag des Investors einstimmig ab.

Planung für Hochwasserschutz

Einstimmig befürworteten die Ratsmitglieder den Abschluss einer Vereinbarung zur Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen für die Gewässer der 1., 2. und 3. Ordnung mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg. Bürgermeister Schmitt blickte auf einen Ortstermin mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Aschaffenburg und der Interessengemeinschaft (IG) Hochwasserschutz vor einem Monat zurück. Bei dem Treffen "mit interessanten Gesprächen" habe man die Hochwassersituation entlang der Schwarzach, des Castellbaches und des Silberbaches zum wiederholten Male betrachtet.

Das WWA wolle nun die Vorplanungen von Hochwasserschutzmaßnahmen in Auftrag geben. Die Planungsleistungen gelten für den Main und die Schwarzach (Gewässer 1. und 2. Ordnung) sowie den Castellbach und den Silberbach (Gewässer 3. Ordnung). Die zu schützenden Bereiche umfassen die Wohnbebauung und Gewerbebetriebe in den Ortsteilen Stadtschwarzach, Münsterschwarzach, Gerlachshausen und Düllstadt. Der Castellbach und der Silberbach waren bereits Bestandteil des Hochwasserschutzkonzepts der Dorfschätze-Gemeinden. Weil ein direkter Überlauf zur Schwarzach besteht, muss die Situation im Rahmen eines Gesamtkonzepts erneut betrachtet werden. Ebenso muss die Abflusssituation der Schwarzach in den Main beurteilt werden.

Die Kosten für die Vorplanung für Main und Schwarzach wurden auf 200 000 Euro geschätzt. Für Castellbach und Silberbach fallen weitere Planungskosten von 52 400 Euro an. Schmitt hofft auf Fördermittel von 50 bis 70 Prozent. Allerdings können die Planungsleistungen erst dann an ein Fachbüro vergeben werden, wenn alle Oberlieger-Gemeinden entlang der Schwarzach ebenfalls einer entsprechenden Vereinbarung zustimmt haben.

Das Gemeindeoberhaupt informierte über die Zuschüsse der Gemeinde an die sechs örtlichen Feuerwehren in Höhe von 1500 Euro. Die fünf Sportvereine erhielten 3600 Euro als freiwillige Leistung des Marktes. Die Restauration des Kriegerdenkmals in Schwarzenau ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten am Parkplatz in der Schmiedsgasse beginnen. Die Feuerwehr Schwarzenau erhält ein neues Einsatzfahrzeug MLF für 250 000 Euro. Lieferzeit laut Schmitt: 18 Monate. Der Siedlerverein spendiert ein Sonnensofa zum Aufstellen am Mainufer. 

Die Erschließung des neuen Baugebiets "Etterwasen II" in Gerlachshausen samt Kreisel ist abgeschlossen. Am Dienstag wurden die ersten Bauanträge im Freistellungsverfahren dem Schwarzacher Gemeinderat vorgelegt.