Dass bis vor kurzem kaum Corona-Schnelltests zu bekommen waren, versteht Alexander Eger nicht. Der Unternehmer aus dem Prichsenstädter Gemeindeteil Kirchschönbach kann auch nicht nachvollziehen, warum das Fehlen zuletzt auch von öffentlichen Stellen beklagt wurde. „Die Tests sind und waren immer lieferbar“, sagt er.

Angeboten hat er seine Tests bei etlichen Stellen. „Wir haben verschiedene Stellen angeschrieben, Landkreise, Städte, Behörden, da war das nie ein Thema. Sie sagten immer, wir brauchen keine, wir melden uns, wenn Bedarf ist“, schildert es Eger.

Bereits seit einiger Zeit sind sie bei Eger zu bekommen. Im Internet kann man über seinen Shop "Schutzmaske24.net" die Tests ansehen und bestellen. Bis zu einer Million so genannter Laientests könne er relativ schnell liefern. Es sind Antigentests, die jeder selbst per Nasenabstrich bei sich durchführen kann. Sie sind offiziell anerkannt und stammen von Siemens.

Zwei Millionen Test im Anmarsch

Auch die medizinische Variante zu besorgen, sei laut Eger einfach. Erst dieser Tage bekomme er wieder zwei Millionen solcher Tests des chinesischen Pharma-Unternehmens Clongene rein. Diese müssen von dazu geschulten Personen durchgeführt werden.

Warum zunächst kaum jemand bei ihm bestellt oder nachgefragt hat, kann sich Alexander Eger nicht erklären. Am Preis und an der Zulassung könne es nicht gelegen haben, meint er. Bei 3,99 Euro für die medizinischen Tests (ab einer Menge von 1000 Stück) beginne es. Laien-Tests seien ab 9,99 Euro zu haben. Zugelassen sind sie ebenso.

Ware kommt mit dem Flieger

Per Flugzeug wird die Ware angeliefert. Die Kunden, die größere Mengen ordern, werden von einem Lager in der Nähe von Stuttgart aus bedient, das Alexander Eger über einen Partner nutzt. Einiges hat er auch bei sich auf Vorrat. „Kleinere Bestellungen, etwa von Arztpraxen, oder Geschäfte, packen wir in Kirchschönbach um und bringen sie zur Post“, berichtetet er über die Modalitäten.

Vor dem Vertrieb mit Schnelltests war er im Vorjahr in das Geschäft mit FFP-2-Masken eingestiegen, die er ebenso aus China bezog. Auch hier habe er sich letztes Jahr über die angeblichen Engpässe gewundert, die von manchen Stellen immer wieder propagiert wurden. Die Masken seien ebenso bei ihm vorrätig gewesen, zu erschwinglichen Konditionen. „Wir haben sie für weit unter fünf Euro verkauft, als der Preis zum Teil noch doppelt so hoch war“, erzählt der seit fünf Jahren in Kirchschönbach wohnende.

Bereits seit einiger Zeit hat sich Eger auf den Handel mit Merchandising-Artikel verlegt. Wie es dazu kam und wie der aus dem Raum Frankfurt stammende aufs Land nach Franken kam, ist eine eigene Geschichte. Bis vor einem Jahr vertrieb er hauptsächlich Waren mit dem Aufdruck „U60311“, von T-Shirts, Pullover bis hin zu Mützen oder Feuerzeuge. Hinter den Buchstaben und Zahlen „U60311“ eine Frankfurter Disco.

Der Club, der in der Frankfurter Innenstadt am Roßmarkt direkt an der Hauptwache lag, zählte in den 90er Jahren und Anfang des Jahrtausends zu den weltweit angesagtesten Locations. Vor allem in der Techno-Szene galt er als nationaler und internationaler Kult-Schuppen. Der Party-Tempel wurde zu den Top 100 Klubs auf der Welt gewählt.

Zu diesem kam Alexander Eger eher zufällig. Er wohnte in Frankfurt, wo er Informatik studierte, fragte im „U“, so der Kurzname der Disco, einst nach Arbeit. Es habe nicht lange gedauert, bis er dort Personalchef wurde. Sein Aufstieg ging weiter. „Von 2002 bis 2013 habe ich die Disco gemacht. Ich war der jüngste Club-Besitzer, dem weltweit alleine ein Club gehörte“, schaut er heute zurück.

Nach dem Ende des Clubs zog er mit seiner Frau Carolin und den Kindern nach Kirchschönbach, einem 300- Einwohner-Dorf auf dem Land, wo er ein Haus kaufte. Dort renoviert er seit einiger Zeit seinen Besitz.

Seit Jahren Kontakt nach China

Durch die Merchandising-Artikel hat Eger bereits seit Jahren Kontakte nach China. Als Masken im Vorjahr zu Beginn der Pandemie gefragt waren, nutzte Eger die Verbindungen über eine deutsche Firma, die seit 20 Jahren in China tätig ist und Leute vor Ort hat. „Wir kamen eher zufällig darüber ins Gespräch.“ Also handelte er später auch mit FFP-2-Masken.

Egers Geschäft mit den Masken lief zunächst auch schleppend, ähnlich wie mit den Tests. Das könnte sich ändern. „Die Nachfrage hat zuletzt deutlich angezogen“, sagt er.