„Wir können zuversichtlich in die Zukunft blicken“, erklärte Bürgermeisterin Marlene Bauer in der Segnitzer Gemeinderatssitzung am Montagabend, als der Haushalt einstimmig verabschiedet wurde.

Für 2017 sind trotz zahlreicher Bauvorhaben noch keine Kreditaufnahmen notwendig. Für das kommende Jahr könnte das bereits anders aussehen. Kämmerer Wolfgang Schmer wollte dazu aber noch keine genauen Prognosen abgeben, zu viele Fragen nach Zeitplan und Zuschüssen sind dafür noch offen.

Die Baustellen

Seite für Seite arbeiteten die Räte den Haushaltsentwurf ab, der keine großen Überraschungen barg. 2 236 800 Euro umfasst der Haushalt insgesamt, das sind rund 500 000 Euro mehr als im Vorjahr. Aber vermutlich nur die Hälfte dessen, was im nächsten Jahr auf die Gemeinde zukommt.

Dorferneuerung, die Umgestaltung der Mainlände und das Dorfgemeinschaftshaus werfen ihre Schatten voraus. Mit der Dorferneuerung wurden in diesem Jahr die Kreisverkehre gestaltet, zusammen mit Planungskosten für andere Projekte schlagen hier 145 000 Euro zu Buche. Die Erneuerung der Ortsdurchfahrt und die geplanten Parkplätze an der Mainstraße sind bei den Maßnahmen, die im nächsten Jahr mit insgesamt 965 000 Euro zu Buche schlagen.

Dem gegenüber stehen erwartete Zuschüsse von 86 000 Euro und „irgendwann“, wie Schmer formulierte, Straßenausbaubeiträge in Höhe von rund 120 000 Euro. Auch beim Bau des Gemeinschaftshauses kommt der dickste Brocken erst nächstes Jahr: 1 150 000 Euro sind veranschlagt.

Nur ein Angebot für Neugestaltung der Mainlände

In diesem Jahr sollen noch der Abbruch des alten Gebäudes und weitere Planungsschritte erfolgen, den Auftrag an das Architekturbüro erteilten die Räte ebenfalls am Montag. 300 000 Euro berechnet die Verwaltung hier.

Rund 140 000 Euro sollte außerdem die Neugestaltung der Mainlände kosten. Allerdings hatte Marlene Bauer hier schlechte Nachrichten: Die Ausschreibung ergab nur ein Angebot, das rund das Doppelte der veranschlagten Kosten ausmacht. Deshalb wird das Planungsbüro die Ausschreibung nun erneut starten mit gesplitteten Gewerken. So hofft die Gemeinde auf günstigere Angebote, der Baubeginn wird sich allerdings deutlich verzögern. Außerdem ist die Erneuerung des Spielplatzes in der Lehmgrube betroffen, die im gleichen Zug vorgenommen werden sollte.

Auch das Baugebiet am Schindäcker beschäftigt den Kämmerer: Mehr als 160 000 Euro kommen in diesem Jahr für Grunderwerb, Gehwegbau und Erschließung zusammen, etwas weniger zusätzlich im nächsten Jahr.

Einnahmen durch Grundstücksverkäufe

Vor allem durch den Verkauf der Grundstücke kalkuliert die Gemeinde Einnahmen von rund 150 000 Euro. Einnahmen werden auch durch die üblichen Steuern erwartet: Mehr als 120 000 Euro aus Gewerbesteuern und rund 420 000 Euro aus dem Einkommensteueranteil.

Außerdem etwa 270 000 Euro an Schlüsselzuweisungen vom Land. Dagegen stehen Umlagen an den Landkreis, die Verwaltungsgemeinschaft und bei der Gewerbesteuer in Höhe von gut 409 000 Euro. So kann die Gemeinde für 2017 alle Investitionen noch ohne die Aufnahme von Krediten bewältigen, 20 000 Euro werden außerdem der Tilgung laufender Kredite zugeführt.

Damit reduziert sich der Schuldenstand auf rund 330 000 Euro, das entspricht etwa 388 Euro je Einwohner. Um die Projekte der kommenden Jahre finanzieren zu können, werden wohl Kredite notwendig sein, vermutet der Kämmerer.