Eigentlich ist die Gemeinde Geiselwind derzeit in einer erfreulichen Situation, was die Finanzen betrifft. Bis auf acht Euro wurden die Schulden pro Kopf der 2391 Einwohner zählenden Großgemeinde reduziert. Nicht mehr lange, wie Bürgermeister Ernst Nickel bei der Bürgerversammlung für die gesamte Großgemeinde vorher sagte. Die Gemeinde müsse in naher Zukunft viel Geld für Wasser und Kanal investieren. „In den nächsten zehn Jahren kostet uns das rund zehn Millionen Euro“, schätzte er.

Der Grund ist, dass in einigen der insgesamt 16 Gemeindeteile dringend Sanierungen erforderlich sind. In Haag etwa laufen bereits Arbeiten, die alles in allem etwa 2,7 Millionen Euro kosten. In Dürrnbuch ist der Bau eines komplett neuen Hochbehälters erforderlich. Von dort werde auch ein großer Teil Geiselwinds mit Trinkwasser versorgt. Nickel sprach davon, dass etwa die Leitungen in Hohnsberg einen „miserabler Wasserdruck“ aufwiesen und einer Erneuerung bedürfen. Ähnlich sei die Situation in weiteren Ortsteilen.

In der mit etwa 60 Bürgern besuchten Versammlung wollte Helmut Enk wissen, ob und wie die Bürger der Gemeinde für die Arbeiten an der Wasserversorgung zur Kasse gebeten würden. Die Kosten werden wohl nicht ausschließlich durch eine Erhöhung der Gebühren zu finanzieren sein, meinte Nickel. Möglichst moderat wolle die Gemeinde die Beiträge für die Bürger halten. Die Aufteilung der Kosten sei eine schwierige Entscheidung, die der Gemeinderat noch zu treffen habe.

Strafzettel beim Weihnachtsmarkt

Was die Bürger außerdem beschäftigte war die medizinische Versorgung. So wollte Klaus Wolz wissen, ob die Kommune eine Hausarzt-Versorgung in Geiselwind für die nächsten Jahre sicherstellen könne. Ein Arztsitz wie auch der eines Zahnarztes sei gesichert, so Nickel. Der ansässige Allgemeinarzt habe zugesichert, dass er sich später um einen Nachfolger bemühen werde. „Wir versuchen, eventuell einen zweiten Arzt oder eine Gemeinschaftspraxis zu bekommen“, sagte der Bürgermeister. Zum geplanten neuen Gewerbegebiet hatte Matthias Böhm Fragen. Welche Kosten die Gemeinde tragen müsse, warum an der Staatsstraße kein Kreisverkehr errichtet wird, oder ob bereits Interessenten zur Ansiedlung vorhanden sind, wollte er wissen. Die Kosten für die Erschließung werden auf die Käufer der Grundstücke umgelegt, antwortete Nickel. Bei der Staatsstraße zahle der Freistaat die Verlegung; die Zufahrt zahlt die Gemeinde, was wiederum umgelegt werde. Interessenten für eine Ansiedelung gebe es bereits, man hoffe in erster Linie auf produzierendes Gewerbe.

Werner Öttinger wollte wissen, wer den ruhenden Verkehr überwache. Manche, die im Ort gegen die Fahrtrichtung parkten, störten ihn. Die Kontrolle sei Aufgabe der Polizei, die das selten tue. Kürzlich habe sie ausgerechnet beim Weihnachtsmarkt einige Knöllchen verteilt, was für Unmut sorgte.

Bürgermeister Nickel dankte im Auftrag des Innenministeriums den Helfern beim Hochwasser Ende Mai dieses Jahres. Feuerwehrleute aus Geiselwind und Wasserberndorf erhielten eine Urkunde und eine Anstecknadel vom Ministerium. Zudem hatte die neue Kämmerin der Gemeinde, Karin Lehrieder, Zahlen aus dem Haushalt vorgetragen.