Der Umbau und die Erweiterung der Großkläranlage in Volkach sind weit fortgeschritten. Am Montagnachmittag verschafften sich die Mitglieder des Verwaltungsrats der Stadtwerke Volkach (Kommunalunternehmen KU) vor ihrer Sitzung im Rathaus einen Einblick in den Baufortschritt des Sechs-Millionen-Projekts. Ende 2016 soll die Kläranlage auf dem neuesten Stand der Technik sein und wird dann die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.

Volkach ist spät dran mit der Sanierung und Erneuerung der Anlage. Vorgaben der Europäischen Union aus den 90er Jahren, die eine weitere Verschmutzung der Flüsse und der Nordsee verhindern sollen, machten die Ertüchtigung der Kläranlage dringend notwendig. Weil der Zeitplan laut Planer Hans-Ulrich Hoßfeld vom Ingenieurbüro Hoßfeld und Fischer eingehalten werden kann, erfüllt Volkach ab 2017 die geforderte Norm.

Reserven für die Zukunft

Der erste Bauabschnitt mit der Errichtung des riesigen Belebungsbeckens ist bereits fertig. Bauleiter Manfred Halbig und Kläranlagenwärter Udo Steinbauer bezeichneten das Belebungsbecken als „Herzstück der Kläranlage“. Dort sind bereits mehrere Millionen Bakterien im Einsatz, um den Schmutz biologisch abzubauen. Der zweite Bauabschnitt mit dem Bau des Nachklärbeckens steht kurz vor dem Abschluss. Auch das neue Betriebsgebäude ist bereits fertiggestellt. Die neue Kläranlage ist für 25 000 Einwohner ausgerichtet. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, betonte Bürgermeister Peter Kornell. Die Anlage hat bei einer aktuellen Einwohnerzahl von knapp 10 000 quasi jede Menge „Luft nach oben“. Laut Kornell könnten alle Ortsteile – „falls notwendig“ – an die neue Kläranlage angeschlossen werden. „Wir haben Reserven in jede Richtung.“

Das gereinigte Abwasser fließt künftig mit „exzellenten Stickstoffwerten“ über den Vorfluter Volkach-Bach in den Altmain. Kornell ist besonders glücklich darüber, dass die geforderten Grenzwerte der Schadstoffe künftig deutlich unterschritten werden. „In den vergangenen 20 Jahre haben wir es gerade so geschafft, die Grenzwerte einzuhalten.“ Damit bis zum Jahresende auf der Anlage alles rund läuft, muss jetzt noch der Faulturm (Klärgasanlage) runderneuert werden.

Neue Betriebswege

In ihrer Sitzung im Rathaus vergaben die Mitglieder des Verwaltungsrats mehrere Aufträge zum Umbau der Kläranlage. Die Schaltanlagen in den Pumpwerken in der Fahrer Straße und im Ortsteil Krautheim müssen erneuert werden. Der Auftrag ging an die Firma Hofmockel aus Rohr zum Preis von 50 150 Euro. Die Zulaufhebeanlage Schneckenpumpwerk wird saniert. Die Kosten belaufen sich auf 105 000 Euro. Die Voreindicker-Beschickungspumpen im Betriebsgebäude erneuert die Firma Stefan Fiedtzek zum Angebotspreis von 36 800 Euro. Der ausrangierte Tropfkörper der Kläranlage erhält ein Dach samt Photovoltaikanlage und Tor für 175 000 Euro. Weil es verschiedene Varianten gibt, wurde der Auftrag noch nicht vergeben. Die ständigen Kanalunterhaltsarbeiten wie Rohrbrüche im gesamten Stadtbereich wurden für die Jahre 2016 und 2017 an die Firma Weissenseel aus Stammheim vergeben. Auf der Kläranlage werden die Betriebswege erneuert und erweitert – Kosten 55 000 Euro.