Die Mehrheit der Asylbewerber in Kitzingen sind Männer. Das fiel Julia und Manuela Hiller aus Markt Herrnsheim beim Lesen der Berichte dieser Zeitung zum Thema auf. Via E-Mail wandten Tochter und Mutter sich an unsere Redaktion. „Wo sind die ganzen Frauen und Kinder? Es kann doch nicht sein, dass es in den Flüchtlingsländern nur Männer gibt“, schreiben sie in ihrer Anfrage.

Teuer und gefährlich

Der Männerüberschuss hat einen simplen Grund: „Männer wagen es eher, die lange und gefährliche Flucht nach Europa anzutreten“, erklärt die erfahrene Flüchtlingshelferin Maruska Hoffmann das Phänomen. Vor allem in Syrien, im Irak und in den afrikanischen Ländern hätten viele Familien zudem nicht genug Geld, um die teure Reise für alle Angehörigen zu bezahlen. Deshalb würde sich der Vater oder der Sohn alleine auf den Weg machen, in der Hoffnung in Europa Fuß zu fassen und die Familie später nachholen zu können.