Mit Pessimismus blickt Volkachs Bürgermeister Peter Kornell auf die geplante Umgehung Volkach-Gaibach. Derzeit sehe er trotz des einstigen 11:9-Grundsatzbeschlusses zur Übernahme der Sonderbaulast keine Mehrheit für das Vorhaben, sagte Kornell am Dienstag bei den Haushaltsberatungen des Stadtrats. Da ging es auch um das 85 000 Euro teure Verkehrsgutachten, das für die Zukunft der Entlastungsstraße entscheidend sein dürfte.

Die Kosten für den Verkehrsentwicklungsplan, der in Arbeit ist und vermutlich nach der Sommerpause vorliegt, sind bislang der einzige Posten in der städtischen Finanzplanung. Diese „Nullnummer“ in der Planung stieß bei Gaibachs Ortssprecher Holger Scheidig auf Kritik. Er regte an, für den Haushalt 2017 eine Million Euro – quasi als Starthilfe der Umgehung – vorzusehen.

Lärmschutz für den Osten

Die Million bleibt vorerst ein Wunsch. Der könnte wieder auf die Tagesordnung kommen, wenn – laut Kornell im Frühherbst – das Verkehrsgutachten vorliegt, samt Lärmschutz für den Volkacher Osten, der für die Umgehung entscheidend ist.

Spätestens dann wird es im Stadtrat um die Frage gehen, ob die von vielen Menschen in Gaibach und im Volkacher Norden geforderte Entlastungsstraße noch mehrheitlichen Rückhalt im Stadtrat hat. Kornell ist da eher skeptisch: „Mehrere Befürworter sind in den kommunalpolitischen Ruhestand gegangen.“

Weil dem so ist und erklärte Gegner der Volkacher Umgehung ins Gremium gezogen sind, habe er bei der vor kurzem beendeten Verkehrskonferenz (hier informierte das Innenministerium über unterfränkische Verkehrsprojekte) in Würzburg die Möglichkeit einer Ablehnung der Pläne angesprochen. Christoph Eberlein, zuständig für den Straßenbau bei der Regierung von Unterfranken, habe dabei von einem „Rückfallpfad“ gesprochen – der Reduzierung auf eine alleinige Umgehung für Gaibach. Hilfen für den verkehrsgeplagten Norden Volkachs habe Eberlein ebenfalls als Möglichkeit genannt. In der Gaibacher Straße könnten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen greifen, beispielsweise ein Kreisel an der Kreuzung Fahrer Straße gebaut werden.

Was tatsächlich kommt, wird sich frühestens nach Vorlage des Verkehrsgutachtens zeigen. Bislang gilt der 11:9-Beschluss vom November 2012 zur Übernahme der Sonderbaulast (Stadt ist Bauherr, Freistaat fördert großzügig) für die – geschätzte 16,5 Millionen Euro teure Umgehung. Der kann aber laut Kornell schon kippen, wenn der Auftrag für den Planer vergeben werden soll und die Ratsmehrheit nicht mitspielt.