Eine Wohnung in Wiesentheid zu bekommen oder ein Haus zu kaufen, ist derzeit nicht einfach für Suchende. Zwar ist die Gemeinde gerade dabei, neue Bauflächen im Westen, im Gebiet "Seeflur" in Richtung Feuerbach, zu erschließen. Doch die dort entstehenden, rund 40 Plätze sind jetzt schon heiß begehrt und sollen im Frühjahr durch ein Losverfahren unter den vielen Bewerbern vergeben werden.

Zum Thema Bauen regte Gemeinderat Hans Müller (Bürgerblock) zuletzt in der Sitzung des Gemeinderates an, dass sich die Kommune in Zukunft besser wappnen solle. "Unsere Baugebiete sind nur für Ein- bis Zweifamilienhäuser ausgelegt. Das kann sich nicht jeder leisten." Müller schlug vor, dass man Grundstücke in den Baugebieten vorsehen solle, auf denen auch Mehrfamilienhäuser entstehen können. Das müssten ja nicht gleich riesige Wohnblöcke sein, wie er sagte.

Erst kürzlich musste der Rat eine Anfrage für ein Haus mit mehreren Wohnungen im bestehenden Siedlungsgebiet Alten Abtswinder Straße ablehnen, weil es dort Konflikte mit den Nachbarn gegeben hätte. Deswegen sei es umso wichtiger, Platz für größere Wohneinheiten vorzusehen.  Müller brachte den Vorschlag, die Gemeinde möge verstärkt im Ort Grundstücke und leer stehende Häuser im Auge zu behalten. Dort gebe es zum Teil große Anwesen, die eines Tages vielleicht für größere Wohneinheiten genutzt werden könnten.

Ein Vorschlag von Ratsmitglied Walter Rosentritt (Pro Wiesentheid) ging in die ähnliche Richtung. Er meinte, die Gemeinde solle in Zukunft gezielt Leerstände erwerben, um dort Wohnraum zu schaffen.

Förderungen verlängert

Bürgermeister Klaus Köhler zeigte sich dem Ganzen aufgeschlossen. Er wies in dem Zusammenhang auf ein Schreiben von der bayerischen Staatsministerin für Wohnen Bau und Verkehr, Kerstin Schreyer, hin. Darin hieß es, dass Förderungen für das Bauen verlängert wurden. Bürgermeister Köhler sprach in dem Zusammenhang das Anwesen in der Köglergasse unweit des Rathauses an, das die Gemeinde erworben hat. Dort könnte man Wohnungen einrichten. Zudem will er prüfen, ob es möglich ist, im Bebauungsplan im "Seeflur" doch noch Flächen für Mehrfamilienhäuser unterzubringen.