Über einen höheren Zuschuss darf sich die Stiftung Kulturzentrum Fasching, Fastnacht, Karneval freuen. Dem Antrag, die Zuwendung der beiden in der Stiftung vertretenen Partner – neben der Stadt Kitzingen ist der Bund Deutscher Karneval (BDK) – um etwas mehr als ein Drittel auf 10 000 Euro zu erhöhen, stimmte der Finanzausschuss mehrheitlich zu (10:1). Nur Thomas Steinruck (KIK) lehnte dies ab. OB Siegfried Müller hatte dafür geworben, weil das Fastnachtsmuseum ein "Alleinstellungsmerkmal der Stadt" und "überregional bekannt" sei.

Mit den neuen Räumen, deren Unterhalt und den infolge von mehr Angeboten gestiegenen Besucherzahlen, sei ein höherer finanzieller Aufwand verbunden, begründete die Stiftung ihren Anliegen. Zudem sei der Beitrag seit dem Jahr 2003 nicht mehr angepasst worden. Damals residierte das Fastnachtsmuseum noch im Falterturm, musste das städtische Wahrzeichen aber aufgrund des Brandschutzes im Jahr 2011 verlassen und bezog mehr als zwei Jahre später sein neues Domizil in der Luitpoldstraße.

Dass der Falterturm weiterhin vom BDK als Depot für derzeit nicht ausgestellte Gegenstände genutzt werde, darüber informierte Müller auf Nachfrage von Klaus Heisel (SPD). Auf ein aktuelles Problem bei Veranstaltungen im Museum und in der Akademie wies Franz Böhm (ProKT) hin: Es stünden nicht genügend Parkplätze zur Verfügung. Die Lösung wäre eine außerordentliche Öffnung des Parkhauses: "Sie können bei größeren Veranstaltungen rechtzeitig auf die Stadt zugehen", sagte Müller. Ebenso könnten die Besucher aufgeklärt werden, dass der Parkplatz des Landratsamtes am Wochenende auch von der Öffentlichkeit genutzt werden könne.

Keinen Erfolg hätte der Antrag auf einen Zuschuss für "WirKT", das Koordinationszentrum für bürgerliches Engagement. Er wurde knapp abgelehnt (5:6). Müller hatte auf die Zuständigkeit des Landkreises verwiesen: "Wir tragen unseren Teil durch die Finanzumlage bereits bei." Dagegen hatten Astrid Glos (SPD) und Andrea Schmidt um eine darüber hinaus gehende Unterstützung geworben, indem sie den Wert der geleisteten Arbeit im sozialen Bereich betonten.

Diverse Haushaltsüberschreitungen, die sich aus höheren Kosten für die freiwillige Schülerbeförderung und aus zu niedrigen Ansätzen für Schulsport- und Vereinssportstunden ergaben und sich insgesamt auf rund 235 000 Euro summierten, passierten den Ausschuss einstimmig (10:0).

Im Verwaltungs- und Bauausschuss folgte das Gremium einstimmig dem nächsten Schritt im Bestreben des Bauamtes, den veralteten Bebauungsplan Am Eherieder Mühlbach aufzuheben (11:0). "Es sind keine relevanten Einwände dagegen eingegangen", erklärte Stadtplaner Torsten Fischer. Auf die Frage Andreas Mosers (CSU), ob sich durch die Aufhebung Änderungen für die Anwohner ergeben würden, führte Fischer aus, dass dann das Baugesetzbuch als Rechtsgrundlage gelte. Er gehe davon aus, dass sich die Situation für die Anwohner verbessere. Steinruck stimmte dem zu, dass es eine Erleuchtung für bauwillige Anwohner sei.

Ferner wurde der Auftrag für die Dämmung der Parkgarage unter der neuen Zweifeldsporthalle auf dem ehemaligen Deustergelände an die Rottendorfer Firma Trageser einstimmig vergeben. Jedoch war deren Angebotssumme mit 94 000 Euro dreimal so hoch als die kalkulierten Kosten. Das begründete der Architekt mit einer größeren Fläche, zusätzlich notwendigen Dämmungen und inzwischen höheren Marktpreisen. Der mehr als sieben Millionen Euro teure Bau ist derzeit zu rund 80 Prozent beendet und soll im Sommer fertiggestellt werden.

Seine wiederholte Ablehnung formulierte der Ausschuss gegen das Marktstefter Vorhaben, einen Bebauungsplan für ein neues Gewerbegebiet Marktbreiter Straße aufzustellen. Einstimmig sprach sich der Rat dagegen aus. "Dieser Flächenfraß muss endlich aufhören", argumentierte Steinruck und verwies auf die freien Flächen in den Gewerbegebieten Kitzingens.