Wie bei vielen seiner Kollegen sind die Sorgen des Wirts in Coronazeiten gewaltig. Die Einnahmen aus dem Restaurant fallen zum Großteil weg, die Beihilfen fließen langsam oder nicht, die Kosten bleiben. Weil der 43-Jährige deshalb mit der Pacht im Rückstand ist ist, droht ein Ende des Mietvertrags. Dazu kommt mit der Zahlung von 1600 Euro ein eher hausgemachtes Problem.

Das Landratsamt hat dem Chef des Lokals einen Bußgeldbescheid ins Haus geschickt. 1600 Euro sollte er zahlen, weil er gegen mehrfach gegen das  Infektionsschutzgesetz verstoßen hat. Dagegen hat er Einspruch  eingelegt. Damit landete die Ordnungswidrigkeit bei Richterin Patricia Finkenberger am Amtsgericht in Kitzingen. Nach kurzer Verhandlung war klar: Bei allem Verständnis für die Probleme in der Gastronomie, es bleibt bei den 1600 Euro.

Hygienekonzept nie vorgelegt

Es ging um die Zeit zwischen den beiden Lockdowns in den Frühjahr- und Sommermonaten des Jahres 2020, als die Restaurants wieder geöffnet waren. Gleich drei Verstöße gegen die geltenden Vorschriften waren bei Kontrollen festgestellt worden. Der Wirt und sein Personal trugen in mindestens zwei Fällen nicht ordnungsgemäß die vorgeschriebenen Masken. Ein Hygienekonzept, wie vom Landratsamt gefordert, hat die Behörde nie gesehen. Dazu kamen beim Führen der vorgeschriebenen Gästelisten Unregelmäßigkeiten. Dafür gab es den Bescheid über 1600 Euro und den Einspruch.

Das Ziel war die Reduzierung des Bußgelds. "Beim Rumrennen im Lokal bekomme ich keine Luft", sagte der Mann, deshalb sei die Maske hie und da mal verrutscht. Die Sache mit dem fehlenden Hygienekonzept versuchte er mit einer Änderung seiner Adresse und schlechter Erreichbarkeit zu erklären. Unterm Strich war dem Gastwirt und seinem Anwalt die Strafe zu hoch: "Für den Mann bricht gerade eine Welt zusammen. Er steht vor dem Ruin", sagte der Anwalt und forderte: "Man muss doch die Kirche im Dorf lassen."

Ratenzahlung als Möglichkeit

"Es gibt nun mal den Bußgeldkatalog", und der gelte für alle, machte Richterin Finkenberger klar. Davon abzuweichen, sei so einfach nicht möglich. Die Staatsanwaltschaft habe da derzeit ein besonderes Auge drauf. Sie sah keine Chance, das Bußgeld nach unten zu korrigieren. Ihr Vorschlag: "Treffen Sie mit dem Landratsamt eine Stundungs- und Ratenzahlungsvereinbarung." Eine als Zeugin geladenen Mitarbeiterin der Behörde signalisierte dazu Bereitschaft. Nach kurzer Bedenkzeit sagte der Anwalt wenig später: "Wir ziehen den Einspruch zurück."

Damit bleibt es bei den 1600 Euro und dem hausgemachten Problem, das der  Gastronom neben den vielen anderen in diesen schwierigen Coronazeiten bewältigen muss.