Der Bildstock in Kirchschönbach, links am Ortsausgang in Richtung Altenschönbach, hat schon bessere Zeiten gesehen. Deshalb würde ihn Hans-Jakob Gehring, Vorsitzender des Cunst- und Kulturvereins Schönbach, gern restaurieren lassen. Dem dazugehörigen Antrag erteilte der Stadtrat Prichsenstadt ohne großartige Debatte sein Einvernehmen, wie es der Artikel 15 Abs 1 des Denkmalschutzgesetzes vorsieht. Demnach erklärt ein Ratsgremium, ob die Belange des Ortes dem Antrag entgegenstehen. Hier war genau das Gegenteil der Fall, wie sich sehr schnell in der Sitzung zeigte.

Der Bildstock, der die Marienkrönung zeigt, "ist ein wichtiges geschichtliches und kulturelles Gut, das zu erhalten ist", so Bürgermeister René Schlehr, und er traf damit den Nerv des Gremiums. Einziger diskussionswürdiger Punkt war der Zuschuss, der von der Stadt zu leisten ist. Die Kostenschätzung des Steinrestaurators beläuft sich auf exakt 5892,20 Euro, und die Stadt schießt grundsätzlich zehn Prozent zu. Somit fiel der Beschluss, die förderfähigen Gesamtkosten mit zehn Prozent, höchstens 589,22 Euro zu fördern, einstimmig. Den Rest steuern die Untere Denkmalschutzbehörde, sprich der Landkreis, und der Bezirk bei.

Schlehr: "Das ist eine Riesenschweinerei"

Ein Anruf des Zweckverbandes der kommunalen Verkehrsüberwachung in Dettelbach, die auch die Parksituation in Prichsenstadt übernimmt, sorgte für Fassungslosigkeit beim sonst so eloquenten Bürgermeister. Eine Dame der Parküberwachung sei von einem Mann angesprochen worden, der sich als Stadtratsmitglied bezeichnete und der "Politesse" gesagt habe, sie soll die Überwachung und das Verteilen der Knöllchen sofort beenden, weil die Überwachung in Zukunft geändert und zurückgefahren werde. "Das ist zum einen dreist, zum anderen eine Riesenschweinerei", so Schlehr, "wir als Stadt haben da auch keinerlei Weisungsbefugnis, so etwas steht uns gar nicht zu." Alfons Saugel hätte gern eine Beschreibung des Mannes gehabt, "dann können wir polizeilich Ermittlungen aufnehmen". Die wird Schlehr in den nächsten Tagen in Dettelbach erfragen.

Warum der Radweg von Prichsenstadt nach Laub nicht weitergebaut werde, wollte Werner Hillger wissen. Der Grund dafür seien die Zauneidechsen, erläuterte Schlehr. Die würden gerade abgegriffen, in diesem Bereich herrscht auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung, und nach dem Sommer werde der Bereich mit einem Ökologen begangen. Möglicherweise könne dann im Herbst mit dem Bau des Radweges begonnen werden, fügte der Bürgermeister hinzu. Zauneidechsen stehen unter strengem Artenschutz, und ihre Lebensräume dürfen weder beschädigt noch zerstört werden.